D.A. ist in vielen Punkten angeklagt. Ihm werden ungetreue Geschäftsbesorgung, Betrug, Betrügerischer Konkurs, Misswirtschaft und Urkundenfälschung vorgeworfen.

Der 46-Jährige gibt sich vor dem Richteramt Solothurn-Lebern ahnungslos, wie «TeleM1» berichtet. Er habe noch nie gut mit Zahlen umgehen können, so seine Begründung für die finanziellen und administrativen Ungereimtheiten. 

Keine Nachforschungen

Rückblick: Im Jahr 2007 ging die Sicherheitsfirma SAS Group Konkurs. Verantwortlich dafür ist möglicherweise die unklare Geschäftsführung von D.A.

Die Buchführung lässt während mehreren Jahren auf Folgendes schliessen: Zahlungen wurden anstatt auf das Firmenkonto auf das private Konto von D.A. überwiesen. Dieser soll weiter Zahlungen und Verpflichtungen für Observationsarbeiten ausgelöst haben, die nie tatsächlich von der Polizei in Auftrag gegeben wurden.

Der Angeklagte soll zudem keine nötigen Nachforschungen betrieben haben, als von den (scheinbaren) Auftraggebern keine Zahlungen getätigt wurden. D.A. nahm also in Kauf, dass die SAS Group geschädigt wurde.

Der Verteidiger wies sämtliche Beschuldigungen zurück und sagte vor Gericht, sein Mandant werde als Sündenbock hingestellt. Er fordert, den Beschuldigten in allen Punkten freizusprechen.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten und eine Probezeit von zwei Jahren. Zudem soll der Angeklagte die Kosten des Strafverfahrens übernehmen.

Auch ex-Verwaltungsrat klagt

Der Privatkläger in diesem Fall, ein Mitglied des ehemaligen Verwaltungsrates der SAS Group, verlangt 70'000 Franken vom Beschuldigten.

Diese Summe hat der Privatkläger der SAS Group überwiesen, als der Geschäftsleiter die Löhne der Mitarbeiter nicht mehr zahlen konnte.

Die Urteilseröffnung findet am kommenden Freitag statt. (nac, nka)