Wahlen
EVP: Nach Neustart in den Wahlkampf

Nach Schwierigkeiten im letzten Jahr präsentiert sich die EVP Kanton Solothurn mit neuem Schwung.

Alice Guldimann
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Die Kandidierenden der Amtei Olten-Gösgen (vorne, v.l.): Theres Dietiker, Alisha Steiner, René Steiner (bisher), Manuel Habegger und Beat Bachmann. (Hinten, v.l.): Philipp Frei, Daniel Kurz, Jürg Stucki, Martin Dietiker, André Wyss, Simon Häseli und Michael Hermann. Es fehlt: Kathrin-Schmid-Lüdi.

Die Kandidierenden der Amtei Olten-Gösgen (vorne, v.l.): Theres Dietiker, Alisha Steiner, René Steiner (bisher), Manuel Habegger und Beat Bachmann. (Hinten, v.l.): Philipp Frei, Daniel Kurz, Jürg Stucki, Martin Dietiker, André Wyss, Simon Häseli und Michael Hermann. Es fehlt: Kathrin-Schmid-Lüdi.

Alice Guldimann

In familiärer Atmosphäre traf sich die Evangelische Volkspartei des Kanton Solothurn (EVP) in Olten, um sich auf die kantonalen Wahlen im März 2017 vorzubereiten. Beim gemütlichen Frühstück konnten sich die Parteimitglieder untereinander austauschen, bevor es schliesslich ernst galt: Eine kleine Schulung der Kandidatinnen und Kandidaten klärte Fragen wie «Wie präsentiere ich mich auf Smartvote und anderen Plattformen?», daneben fanden bereits die ersten Fotoshootings statt.

Hilfreiche Tipps für den politischen Alltag gabs vom erfahrenen Kantonsratsmitglied und Bildungspolitiker René Steiner und von Alt-Nationalrat Heiner Studer. Dass die EVP nochmals an den Kantonsratswahlen teilnehmen würde, war bis vor kurzem keinesfalls gesichert. Vor der letzten Generalversammlung der Partei im vergangenen Dezember stand wegen akutem Personalmangel gar eine Auflösung zur Debatte.

Ein neuer Start

Die fast schon totgeglaubte EVP fand jedoch eine Lösung: Durch Zusammenschluss von Kantonal- und Amtei-Vorständen gekoppelt mit einer Umstrukturierung konnte eine funktionierende Parteileitung zusammengestellt werden. Unmittelbar nach der Neu-Formierung war die Partei mit der Herausforderung der kommenden Wahlen konfrontiert, so Vorstandsmitglied Elia Leiser. «Es war nicht einfach, die Zusammenarbeit funktionierte jedoch sehr gut und war für alle sehr lehrreich».

So konnten bis jetzt 18 Kandidatinnen und Kandidaten für zwei Kantonsratslisten in den Amteien Olten-Gösgen und Solothurn-Lebern durch den Vorstand nominiert werden. «Vom Security-Rekrutierer über den Krankenpfleger bis zur Kanti-Schülerin ist alles vertreten», freut sich Leiser. Unter anderem ist auch René Steiners Tochter Alisha neben ihrem Vater auf der Liste in der Amtei Olten-Gösgen vertreten. Elia Leiser ist zuversichtlich, dass Steiners Kantonsratssitz gehalten werden kann, einen zweiten Sitz zu erobern sei dagegen schwierig.
«Es kommt stark darauf an, wie sich die Diskussion zum Lernplan 21 entwickelt», meint der Solothurner.

Die EVP setzt sich an vorderster Front gegen die Einführung des neuen Schulsystems ein, in einem überparteilichen Komitee mit der GLP und der SVP. Vor der kantonalen Abstimmung im Mai wird die Debatte zum neuen Lernplan grosser Bestandteil des Wahlkampfes der EVP sein und nicht nur den etablierten Bildungspolitiker René Steiner, sondern auch seine Mitkandidatinnen und Kandidaten fordern.

Ganz alleine zieht die EVP jedoch nicht in den Wahlkampf, sie ist Teil eines Wahlpaktes mit der CVP, der GLP und der BDP. Als «Allianz der vernünftigen Mitte» wollen sie sich nicht von der zunehmenden Polarisierung des Links-Rechts-Schemas beeinflussen lassen und sich nach wie vor mit sachorientierter Politik für Familien und ein funktionierendes Schulsystem einsetzen.