DePuy Synthes
Europa-Hauptsitz des grössten Medtechkonzerns der Welt bleibt in Zuchwil

Der Kanton Solothurn soll für DePuy Synthes weiterhin der wichtigste Standort bleiben. Der grösste Medtechkonzern der Welt will seinen Europa-Hauptsitz in Zuchwil belassen und hat nicht vor, die Produktionsstätten im Kanton zusammenzulegen.

Franz Schaible
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Der Europa-Hauptsitz von DePuy Synthes in Zuchwil

Der Europa-Hauptsitz von DePuy Synthes in Zuchwil

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2012 hat der US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson das Solothurner Medizinaltechnikunternehmen Synthes für 21 Milliarden Dollar übernommen und zur neuen DePuy Synthes zusammengeführt. Daraus entstand der weltgrösste Medtechkonzern der Welt.

Seither herrschte fast Funkstille; es war schwierig, Informationen über den Stand der Integration und allfällige Auswirkungen auf die Schweizer Standorte zu erhalten.

Jetzt gibt es sozusagen Entwarnung: «Wir bleiben in der Schweiz, und der Hauptsitz von DePuy Synthes für Europa, Mittlerer Osten und Afrika, Emea, bleibt in Zuchwil», sagte am Donnerstag an einem Medienanlass Michelle Brennan, Verantwortliche für das Geschäftsfeld Medical Devices (Medizinalgeräte) innerhalb des J & J-Konzerns.

Weltweit beschäftigt DePuy Synthes 18'000 Angestellte, davon rund 2900 in der Schweiz. Wichtigster hiesiger Standort ist der Kanton Solothurn mit sechs Standorten und mit nach früheren Angaben rund 2000 Mitarbeitenden.

Die Synthes-Eröffnung wird verschoben
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Der Bau an der Aare ist 168 Meter lang

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Zusammenlegung nicht geplant

DePuy Synthes ist nebst in Zuchwil (Management sowie Forschung und Entwicklung) in Grenchen, Bettlach, Balsthal, Hägendorf und Selzach mit Produktionsstätten angesiedelt. Eine Zusammenlegung einzelner Fertigungsstandorte sei nicht geplant, ergänzte Elmar Zurbriggen.

Er ist seit einem Jahr von Zuchwil aus Europa-Chef von DePuy Synthes. «Die Standorte für die Produktion von Implantaten und Werkzeugen sind alle sehr effizient und innovativ.» Die Integration von Synthes sei eine herausfordernde Aufgabe gewesen, aber inzwischen mehr oder weniger abgeschlossen, erklärte Michelle Brennan.

«Im vergangenen Jahr hat DePuy Synthes Emea erstmals den Umsatz steigern können.» Künftig wolle man stärker als der Markt wachsen und ab 2018 gar doppelt so stark wie der europäische Markt mit 2,5 Prozent. Weltweit erwirtschaftete De Puy Synthes 2015 einen Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar.

Gesundheitskosten im Auge

Gleichzeitig informierte die Firmenspitze über das Ziel, mit innovativen Medizinaltechnik-Produkten die Kosten im Gesundheitswesen zu dämpfen. Es genüge heute nicht mehr, allein gute Produkte etwa für die Knochenbruchbehandlung zu entwickeln, es brauche Gesamtlösungen: «Innovative Produkte, Dienstleistungen und Prozesse dienen nicht nur dazu, bessere medizinische Resultate für den Patienten zu erzielen.

Ziel ist auch, die Aufenthaltsdauer im Spital zu verkürzen, Infektionen und Komplikationen zu vermeiden und damit letztlich die Folgekosten zu minimieren.»

Dank innovativer Produkte könne etwa die Operationseffizienz um bis zu zehn Prozent erhöht werden. Die bestehende Spital-Infrastruktur könne besser genutzt werden. Oder die Spitaldauer nach einer Hüftoperation könne um zwei Tage reduziert werden.

Bei 1000 Franken Kosten je Spitaltag ergebe dies bei den jährlich 21'000 Hüft-Eingriffen in der Schweiz ein Sparpotenzial von 42 Millionen Franken, so Zurbriggen. Als weiteres Beispiel erwähnte er neuentwickelte antibiotische Nägel, welche demnächst auf dem Markt eingeführt werden sollen. «Die Nägel fixieren nicht nur den Knochen, sondern geben gleichzeitig dosiert das entsprechende Antibiotika ab.»