Kanton Solothurn

«Es wurde Zeit» – «distanziertere Begegnung»: Das sagen Kunden und Verkäufer zur neuen Maskenpflicht in Läden

Die Brillengläser laufen an und der Kundenkontakt ist erschwert. So das Fazit einer Umfrage in Solothurner Geschäften zu der Maskenpflicht in den Läden.

Seit Donnerstag müssen in allen Einkaufsläden und -zentren Masken getragen werden. Was halten die Solothurner davon? 

Wir haben uns auf der Strasse umgehört:

Noch stärker von der Maskenpflicht betroffen als die Besucher der Einkaufsläden sind wohl deren Besitzer und Angestellte. Es ist ihre Aufgabe, sicherzustellen, dass alle Kunden eine Maske tragen. Ausserdem müssen sie selbst den ganzen Arbeitstag mit dem Gesichtsschutz verbringen. Das ist nicht immer angenehm, das ergibt eine Umfrage in der Altstadt von Solothurn.

«An das Gefühl muss man sich schon erstmals gewöhnen» sagt eine Verkäuferin «allzu unangenehm ist es allerdings nicht». Schlimmer sei es, nur die halbe Mimik des Gegenübers zu sehen. Begegnungen mit Kunden fühlen sich laut ihr so distanzierter an. Aber Gesichter erkennen kann man im Normalfall natürlich trotz Maske. Und ob jemand lächelt, kann man schliesslich auch an den Augen erkennen.

Reaktionen auf die Maskenpflicht im Kanton Solothurn

Reaktionen auf die Maskenpflicht im Kanton Solothurn

Letzte Woche kündigte der Kanton Solothurn an, dass ab heute eine Maskenpflicht beim Einkaufen gilt. Es sind zwar nicht alle Kunden davon begeistert, aber dennoch hat es bei den Detailhändlern nicht weniger Leute. Bei den Kleider-, Taschen- und Schmuckläden scheint die Kundenfrequenz wegen dem Masken-Obligatorium jedoch abzunehmen.

Ein eindeutiges Problem ergibt sich jedoch für Brillenträger: Die Maske leitet die Atemluft aufwärts, und diese bringt so die Brillengläser zum Beschlagen. Es ist zwar noch nicht Winter, die Atemluft ist aber trotzdem wärmer als die Umgebungsluft und dadurch sehen Brillenträger schnell fast gar nichts mehr. Dinge zu lesen oder auch schon nur mit Kunden Blickkontakt zu halten wird schwer. Deshalb hat zum Beispiel eine Mitarbeiterin des Blanca Dos schon Kontaktlinsen bestellt, um sich während der Arbeit von der Brille und somit auch von der eingeschränkten Sicht befreien zu können.

Die Kunden halten sich an die Vorgabe

Das Hinweisen der Kunden auf die Maskenpflicht ist hingegen nicht ein allzu grosses Thema: Fast alle denken von selber daran, wie die Umfrage zeigt. «Einige trugen schon am Mittwoch oder sogar die ganze Woche über eine Maske, um sich daran zu gewöhnen.» sagt ein Ladenbesitzer. Die paar Vereinzelten, die es heute vergessen hätten, haben aber immerhin eine dabei gehabt.

Würde man sie nun doch einmal ganz vergessen, sind die Ladenbesitzer vorbereitet: Die meisten von ihnen haben einen kleinen Vorrat an Masken gekauft, die sie ihren Kunden geben können. Es wäre schliesslich schade, wenn nur wegen der Maske jemand den Laden nicht betreten könnte.

Die Ladenbesitzer und Angestellten hoffen, dass sich die Kunden genauso an die Maske gewöhnen können wie sie selbst, sodass sie den Gang in den Laden wegen des Gesichtsschutzes nicht als unangenehm empfinden. «Wenn nun alle auf Onlineshopping umsteigen, könnte uns Ende Winter ein Ladensterben drohen» meint eine Verkäuferin.

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