Geschäftsbericht

Es war ein starkes Jahr für die Pensionskasse Kanton Solothurn

Der Pensionskasse Kanton Solothurn gehts gut.

Der Pensionskasse Kanton Solothurn gehts gut.

Der Börsenboom bescherte der Pensionskasse Kanton Solothurn eine Traumrendite, aber jetzt nagt das Corona-Virus an den Reserven.

Der «schwarze Dezember» machte im Jahr 2018 allen Anlegern einen dicken Strich durch die Rechnung. Das bekam damals auch die kantonale Pensionskasse PKSO zu spüren: Statt einer Rendite resultierte ein Verlust von 3,9 Prozent auf dem Anlagevermögen, der Deckungsgrad sackte von fast 108 auf 101,5 Prozent ab.

Ein Jahr später herrscht wieder Sonnenschein. Was sich schon bei der Präsentation des enttäuschenden Ergebnisses 2018 im Frühjahr 2019 abzeichnete, zog sich durch das ganze Jahr durch: Die Börsen boomten wieder und die Pensionskasse Kanton Solothurn schloss das Geschäftsjahr mit einer stolzen Performance ab. Sie erzielte eine Rendite von 12,4 Prozent auf dem Anlagevermögen.

Eine zweistellige Performance, das gab es seit 2005 nicht mehr. Klar am stärksten legten 2019 mit über 30 Prozent die Anlagen in Schweizer Aktien zu, eine mehr oder weniger starke Performance erreichte man aber in allen Anlagekategorien.

Corona-Krise trifft auch die Pensionskasse

Doch jetzt haben wir die Corona-Krise. Schwer absehbar, welche Schäden das Virus – abgesehen von den gesundheitlichen auch an den Finanzmärkten noch anrichten wird. Hat es den stolzen Gewinn zum Zeitpunkt seiner Bekanntgabe schon wieder zunichtegemacht? «Das nicht gerade», sagt PKSO-
Geschäftsführer Reto Bachmann. «Aber aktuell liegt der Deckungsgrad tatsächlich bereits schon wieder nur noch wenig über 100 Prozent.»

Bachmann gibt am Telefon Auskunft, die übliche Präsentation des Geschäftsberichts an einer Medienkonferenz wurde wie fast alles in diesen Tagen abgesagt.

Das solide Polster, das man sich mit dem erfreulichen Abschluss 2019 wieder zulegen konnte, wird also auch dringend gebraucht. Der Deckungsgrad ist per Ende 2019 auf 109,2 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen ist der Wert des Anlagevermögens um fast 600 Millionen auf 5,5 Milliarden gewachsen. Die kantonale Pensionskasse verfügte damit wieder über eine Wertschwankungsreserve von 464 Millionen, nach dem «schwarzen Dezember» war sie im Vorjahr auf gerade noch 71 Millionen geschrumpft.

Und auch jetzt ist bereits wieder «nicht mehr so viel» übrig, so Bachmann. Er sei aber zum heutigen Zeitpunkt «zuversichtlich, dass wir bis Ende Jahr bei einem Deckungsgrad über 100 Prozent bleiben». Und, das die heute wohl wichtigste Message: Die Aufrechterhaltung des Betriebs ist sichergestellt, die Rentenauszahlungen sind garantiert.

Altersguthaben werden mit zwei Prozent verzinst

Vom guten Abschluss 2019 profitieren die Versicherten. «Die Verwaltungskommission hat beschlossen, die Altersguthaben für das Jahr 2019 mit zwei Prozent und damit ein Prozent über dem BVG-Zinssatz zu verzinsen», teilt deren Präsident, Finanzdirektor Roland Heim mit.

Bei der kantonalen Pensionskasse sind 12'300 Personen versichert, über 4000 (aktive und pensionierte) Staatsangestellte, fast 4000 Lehrkräfte, über 3000 Angestellte der Solothurner Spitäler und um die 1300 Angestellte von Anschlussmitgliedern wie Gemeinden, Kirchgemeinden oder Pflegeheimen. Die Zahl der Rentenbezüger hat sich im vergangenen Jahr um 249 auf 5875 erhöht. Das Verhältnis von Aktiven zu Rentnern hat sich damit von 2,13 auf 2,09 weiter etwas verschlechtert. Die Summe der im vergangenen Jahr ausbezahlten Altersrenten beläuft sich auf gut 142 Millionen.

Im vergangenen November hat sich die Führung der kantonalen Pensionskasse nach dem Prinzip «von der Direktion zur Geschäftsleitung» neu organisiert. Vier Bereichen steht ein Leiter vor, der Mitglied der
Geschäftsleitung ist und seinen Bereich eigenverantwortlich führt. Für die Gesamtleitung bleibt Geschäftsführer Reto Bachmann verantwortlich, der gleichzeitig Bereichsleiter Service ist. Armin Glutz führt den Bereich Versicherung, Tobias Zwimpfer ist Bereichsleiter Anlagen und Manfred Gunziger leitet den Bereich Finanzen.

Autor

Urs Moser

Urs Moser

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