Bundeshaus
Es steht (noch) kein Alpiq-Mann auf der Besucherliste

Wer flüstert welchem Solothurner Parlamentarier ein? Antworten gibt jetzt die «Liste der Zutrittsberechtigten». Sie wird monatlich aktualisiert und ist im Internet einsehbar.

Urs Mathys
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Pirmin Bischof will seinen «zweiten Mann» noch bestimmen.

Pirmin Bischof will seinen «zweiten Mann» noch bestimmen.

Hansjörg Sahli

Ständerat Roberto Zanetti hat zwei Badges vergeben, sein Kollege Pirmin Bischof hat plötzlich einen anderen Empfänger und vier Nationalräte (noch) gar keinen. Doch der Reihe nach: Das Parlamentsgesetz räumt jedem Mitglied der Bundesversammlung das Recht ein, je zwei Personen ihrer Wahl eine Zutrittskarte abzugeben.

Diese verschafft Zutritt auch zu nicht öffentlichen Teilen des Bundeshauses. Beliebt sind die Karten bei Lobbyisten und Einflüsterern, die so Gelegenheit haben, in den Wandelhallen für ihre Interessen zu weibeln.

Bischof (vorerst) ohne Alpiq-Mann

Beim Blick auf die Badge-Empfänger der Solothurner fällt bei Pirmin Bischof (CVP) eine Lücke auf: Zuvor, als Nationalrat, hatte der AKW-Gösgen-Verwaltungsrat noch Stefan Aeschimann, Leiter Public Affairs der Oltner Alpiq AG, als Berechtigten angegeben. Bei Neu-Ständerat Bischof fehlt der Strom-Lobbyist plötzlich. Das werde nicht so bleiben, sagt Bischof auf Nachfrage: Wegen der Umstrukturierung bei Alpiq sei der Entscheid verzögert worden. Aber: «Es wird mit grösster Wahrscheinlichkeit wieder Aeschimann sein.» Ist das kein Widerspruch zum von Bischof forcierten Atomausstieg? «Nein, auch in der Strombranche läuft ein Umdenken; der Dialog ist wichtig», sagt Bischof. Und: «Alpiq ist immerhin der grösste Steuerzahler im Kanton und in der Region Olten grösster Arbeitgeber.» Neu auf Bischofs Gästeliste: Marco Taddei, Vertreter des Schweizerischen Verbandes freier Berufe.

SP-Ständerat Roberto Zanetti nennt neben Bernhard Meier, Leiter Public & Government Affairs der SBB, einen weiteren «Eisenbahner» als Gast: den Gewerkschafter Giorgio Tutti. Präsident des SEV.

Und die Nationalräte? Von den «alten Hasen» nennen Bea Heim (SP) und Roland Borer (SVP) keine Auserwählten. Anders Walter Wobmann (SVP): Dieser nennt neben dem persönlichen Mitarbeiter Hans Neuenschwander neu Andreas Burgener, Direktor von Auto Schweiz (letzterer löste SVP-Kantonalpräsident Heinz Müller ab). Auf der Liste von Kurt Fluri (FDP) stehen Dagobert Cahannes, Medienbeauftragter der Solothurner Regierung, und Michael Schmid, Verband Schweiz. Gasindustrie.

Von den drei «Neuen» nennt Philipp Hadorn (SP) mit Daniela Lehmann, Gewerkschaft des Verkehrspersonals, einen Gast; die Liste von Stefan Müller und Urs Schläfli (beide CVP) ist noch blank.

Berechtigte müssen laufend gemeldet werden und die Liste wird monatlich aktualisiert. Neuerdings ist sie im Internet einsehbar: www.parlament.ch