Dreikönigstag
Es lebe der König! Für Bäcker ist der 6. Januar einer der umsatzstärksten Tage

Die Tradition des Dreikönigskuchens beschert Bäckereien und Detailhändlern auch im Kanton Solothurn gute Geschäfte. Sonderschichten sind dabei nicht wegzudenken.

Severin Bommer
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Die bekannteste Variante des Dreikönigskuchens mit Sultaninen

Die bekannteste Variante des Dreikönigskuchens mit Sultaninen

Zur Verfügung gestellt

6. Januar, Dreikönigstag. Für jedes Kind ist klar: Wer im Kuchen auf den König beisst, ist Monarch für einen Tag und darf sich das goldene Krönchen aufsetzen. Der Brauch geht bis in die Römerzeit zurück, geriet jedoch in der Schweiz seit dem Mittelalter weitgehend in Vergessenheit. Erst im letzten Jahrhundert lebte die Tradition wieder auf und gehört heute zum 6. Januar wie der Tannenbaum zum Weihnachtsfest.

Für die Bäcker und Bäckerinnen in der Region ist das Geschäft mit dem süssen Gebäck immens wichtig. «Neben Weihnachten und dem Klausentag ist der Dreikönigstag einer der umsatzstärksten Tage im Jahr für Bäckereien», sagt Daniel Nyfeler, Mitglied der Geschäftsleitung der Dorfbeck Nyfeler AG mit Filialen in Solothurn, Aarwangen und Langenthal. «Wir produzieren drei verschiedene Sorten, wobei die Zubereitungsart mit Rosinen als Standardversion des Gebäcks gilt», fügt er an.

Auch Vreni Schaller von der Felber Bäckerei, die unter anderen Standorte in Olten, Deitingen und Gerlafingen betreibt, bestätigt: «Wir bieten neben der Version mit Rosinen eine Sorte mit Schokoladenstücken und eine grundbelassene Variante an.» Die Grössen der Kuchen variieren von Bäckerei zu Bäckerei. «Unser Angebot umfasst generell Versionen mit vier, sechs, acht und zehn Brötchen – auf Sonderbestellung backen wir für unsere Kunden natürlich auch andere Grössen», verrät Schaller.

Eine aussergewöhnliche Kreation ist in der Bäckerei-Confiserie Dubach in Selzach erhältlich: «Bei uns gibt es den Lommiswiler Dreikönigskuchen, den wir nach einem alten Rezept von Walter und Käthi Sägesser produzieren», erklärt Inhaber Erich Dubach. «Da sich der Kuchen grosser Beliebtheit erfreut, produzieren wir jeweils um die 800 Stück.»

Sonderschichten nötig

In den meisten Bäckereien werden Sonderschichten geleistet, die sich jedoch auch auszahlen. Daniel Nyfeler bestätigt: «Vor und am Dreikönigstag ist die Kundenfrequenz in unseren Läden spürbar höher als im Restjahr.» Leider falle der 6. Januar dieses Jahr auf einen Samstag. Deshalb seien wohl weniger Kuchenverkäufe zu erwarten, als wenn der Dreikönigstag unter der Woche wäre, so Nyfeler weiter.

Durchschnittlich verkauft eine Bäckerei zwischen 300 und 800 Stück pro Filiale, was bei einem Verkaufspreis zwischen 5 und 22 Franken – abhängig von der Grösse des Kuchens – einen wichtigen Zusatzverdienst darstellt. So bestätigt auch Erich Dubach: «Der Dreikönigstag bringt uns ungefähr den gleichen Ertrag, den sonst eine ganze Woche bringt.»

Erhältlich ist der Dreikönigskuchen in Bäckereien jeweils ab Anfang Januar. «Wir möchten nicht wie andere Anbieter zu früh mit dem Verkauf beginnen und den Brauch im traditionellen Rahmen halten. Deshalb beginnt unsere Produktion jeweils erst im neuen Jahr», so Schaller.

Auch die Grossen mischen mit

In ganz anderen Dimensionen produzieren die Detailhändler Coop und Migros. Bei Coop beläuft sich die Produktionsmenge in der ganzen Schweiz auf 450 000 Stück, die Migros Aare vertreibt allein in der Region Solothurn jährlich um die 12 000 Exemplare. Die beiden Dominierenden im Schweizer Detailhandel beginnen denn auch schon kurz nach Weihnachten mit dem Verkauf. Alena Kress von der Coop-Medienstelle weiss: «Verkaufsstart war bei uns am 26. Dezember». Nebst den gängigen Sorten bieten Coop und Migros Bio- sowie Glutenfreie Varianten an.

Und dann besteht natürlich immer noch die Möglichkeit, selber einen Dreikönigskuchen zu backen. Wer einen Streit um die Krone und die Regentschaft vermeiden will, versteckt am besten gleich in jedem Teilstück ein weisses Königsfigürchen ...
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