Zweiter Wahlgang

Es kommt zum Rennen zwischen Imark und Zanetti – FDP entscheidet noch

Christian Imark und Roberto Zanetti

Christian Imark und Roberto Zanetti

Sowohl die SP als auch die SVP belassen ihre Ständeratskandidaten im Rennen. Die FDP entscheidet über ihre Kandidatur, die im ersten Wahlgang auf dem letzten Platz landete, am Dienstagabend.

Nun sind die beiden wohl wichtigsten Entscheide für den zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen gefallen. Die Delegierten der SP haben am Montagabend beschlossen, Roberto Zanetti ins Rennen zu schicken. Der amtierende Ständerat war im ersten Wahlgang nur relativ knapp unter dem Absoluten Mehr geblieben und hatte seine Verfolger abgehängt.

Doch kampflos will ihm der Drittplatzierte, SVP-Nationalrat Christian Imark, das Feld nicht überlassen. Die SVP-Parteileitung hat  entschieden, ihren Kandidaten ebenfalls im Rennen zu belassen. Bereits zurückgezogen haben die Grünen ihren Kandidaten. Ob die FDP mit ihrem weit abgeschlagenen Herausforderer nochmals antritt, entscheiden die Delegierten am Dienstag.

Politologe sieht Bisherigen im Vorteil

Der Solothurner Politologe Lukas Golder sagt am Tag nach den Wahlen im Interview mit dieser Zeitung, Zanetti habe als Bisheriger gute Chancen. Die SVP könnte sich mit ihren «giftigen» Wahlkämpfen selbst im Weg stehen. In Bezug auf das schlechte Abschneiden der FDP sagt Golder: «Bei der Personalpolitik der Solothurner FDP ist der Wurm drin. Der Partei fehlt es an Nachwuchs.» Und: «Ja, die FDP hat ein ‹Problem Fluri›. Wenn jemand mehrere Legislaturen lang den einzigen Sitz hält, blockiert er jegliche Karriereambitionen von Nachwuchstalenten."

Zanetti sprach vor den SP-Delegierten von einem sehr guten Resultat, das er im ersten Wahlgang erreicht habe. «Ausser der Kandidatur von Pirmin Bischof, der ein Überflieger ist, konnten die bürgerlichen Kandidaten nicht viel mehr mobilisieren als ihre Parteibasis» – im Gegensatz zu ihm. Die Wahl liege auf dem Silbertablett. «Wir müssen nur zugreifen.» Allzu viel Sicherheit könne aber trügerisch sein, warnte er.

Die Altersfrage und der Kampf um Anstand

Zanetti erwähnte weiter die Erfolge, die in der vergangenen Jahr Legislatur hätten erreicht werden können – auch dank der Zusammenarbeit zwischen ihm und Pirmin Bischof. Sein politischer Kampf sei immer anständig gewesen. Weder verspotte er Bundesräte, noch setze er politische Gegner mit Würmern gleich. «Lasst mich im Rennen. Ich bin hoch motiviert.» Parteipräsidentin Roth sagte: «Wir stehen zu 100 Prozent hinter Dir.» Die roten Karten der Delegierten schossen in die Höhe.

Gute Chancen sieht auch die SVP-Parteileitung. Sie hat am Montagabend Christian Imark einstimmig für den zweiten Wahlgang nominiert. Damit, so die SVP, hätten die Stimmbürger «die Möglichkeit, einen bürgerlichen Unternehmer» zu wählen. Imark sei als junger Familienvater «die perfekte Alternative zu bald Pensionär Zanetti».

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