Kanton Solothurn
Es klappern die Mühlen am rauschenden Bach: Was Flurnamen davon berichten

Am Samstag, 11. Mai, findet der 13. schweizerische Mühlentag statt. Auch der Kanton Solothurn öffnet seine ehemaligen Mahlwerke und gibt Einblick in das einst weit verbreitete Gewerbe. Viele Flurnamen mit «Mühle» sind bis heute erhalten geblieben.

Beatrice Wiggenhauser
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Freilicht statt Heubühne: Künftig wollen die Spielleute in der Schälismühle Theater machen. hr. aeschbacher

Freilicht statt Heubühne: Künftig wollen die Spielleute in der Schälismühle Theater machen. hr. aeschbacher

HR.Aeschbacher

In der Amtei Thal-Gäu finden wir gleich zwei bekannte Mühlen, von denen heute noch Teile der einstigen Gebäude in restaurierter Form zu sehen sind. Eine davon ist die Getreidemühle in Ramiswil, die 1587 in den Daten der Forschungsstelle zum ersten Mal als «mülj zuo Ramiswÿl» in den Aktenprotokollen Balsthal erwähnt wird. Erst 1991 wurde die Ramiswiler Mühle endgültig stillgelegt. Des Wandern ist bekanntlich des Müllers Lust. In diesem Fall wanderte nicht nur der Müller, sondern auch seine Mühle. Um 1596 verlegte der Ramiswiler Müller seine Mühle vom Hof Dube in die Ramiswiler Vorstadt, da hier der Wasserlauf für sein Wasserrad günstiger war.

Eine weitere bekannte Mühle im Thal-Gäu ist die Schälismühle in Oberbuchsiten. Diese ist 1372 als «muli ze Buchsiton» erstmals im Farnsburger Urbar erwähnt und lag vor der Dünnernkorrektion 1933/ 1935 direkt am Wasser. Der Name der Mühle geht wohl auf einen Personennamen Tschan, Tschänni zurück. Erste Belege von 1518 benennen diese Mühle als «Tschänismüle» und als «Zellismülin», ab 1584 taucht dann der Name «Schälismüli» auf, der sich später durchsetzte. In unserer Region ist die Schälismühle die einzige Mühle, die ihren Namen mit einem Personennamen verband. Der berühmte Adam Zeltner wirkte hier als Schälismüller und Untervogt.

Die ehemaligen Mühlen in der Region und ihre Kanäle und Wasserläufe sind noch auf der Siegfriedkarte von 1870 gut ersichtlich. So führt zum Beispiel in Kappel ein Mülikanal direkt zur benachbarten Mühle in Rickenbach. Dieser Mülikanal liegt im Gebiet Dich, gleich neben der Müllermatt. In Eppenberg-Wöschnau fliesst der Mülibach durchs Gebiet Mülirain bis zur ehemaligen Mühle, und in Trimbach führt der Mülibach ebenfalls direkt zur Mühle.

Weitere Flurnamen weisen heute noch auf das Müllerhandwerk hin. So etwa das Mülifeld in Balsthal, Erlinsbach, Holderbank, Matzendorf und Niedergösgen oder die Mülimatt in Gretzenbach und Oberbuchsiten. Solche Namen treten in praktisch jeder Solothurner Gemeinde auf und zeugen von der grossen Bedeutung des Mühlegewerbes.Dieses hat schliesslich der Gemeinde Mühledorf im Bucheggberg gar zum Namen verholfen, die im Wappen ein Mühlrad trägt. Auch das Gebiet Mülidorf und der Mülichopf in Niedergösgen verdanken ihre Namen einer Mühle, die an der Mühlegasse in Betrieb war.