Ohne viel Federlesen berichtete Verwaltungsratspräsident Ulrich Bucher an der ordentlichen Generalversammlung vom höchst erfreulichen Geschäftsjahr 2017. Entsprechend wurden die Rechnung und der Jahresbericht einstimmig genehmigt.

Der Blick ist in die Zukunft gerichtet: «Der Verwaltungsrat begrüsst das Projekt der Elektro-Busse. Es ist an der Zeit. Selber können wir dieses jedoch nicht finanzieren.» Dazu sei man auf die Unterstützung des Kantons angewiesen. Einbringen könne man aber viel Erfahrung in der Geschäftsleitung. In der Folge kommentierte Direktor Fabian Schmid die Zahlen des letzten Jahres. «Der BSU ist das Öl im Getriebe der Region, damit sie sich weiterentwickeln kann», begann er seine Einschätzungen. Diese Funktion erfülle er mit Erfolg.

6,82 Millionen Fahrgäste wurden transportiert, das sind nochmals 2.2 Prozent mehr als im ebenfalls schon erfolgreichen Vorjahr. Bei einem Gesamtaufwand von 19,5 Millionen Franken schloss die Rechnung mit einem Gewinn von 560'000 Franken ab. Insbesondere auf Ertragsseite schloss man besser ab als budgetiert, hauptsächlich dank der Billeteinnahmen. Aber auch die günstigen Dieselpreise spielten eine Rolle. Ein Zustupf, auf den man sich im laufenden Jahr nicht wird verlassen können.

Ins Angebot investieren

Schmid beendete seine Ausführungen mit Werbung für den Angebotsausbau. Vor rund zehn Jahren wurde das Angebot zuletzt massiv erweitert. In den folgenden Jahren hat die Anzahl Fahrgäste deutlich stärker zugenommen als die Bevölkerung. Auch mit einem Anstieg an Arbeitsplätzen in der Region liesse sich dieser Unterschied nicht erklären. «Wenn es das Ziel ist, dass der öffentliche Verkehr auch weiterhin eine wichtige Rolle einnimmt, muss ein Angebotsausbau in Betracht gezogen werden.» Dies sei das Ziel, nur wie schnell und inwiefern Gemeinden mit einbezogen würden, sei noch unklar.

Schliesslich kam es noch zu einem personellen Wechsel. Nach 20 Jahren im Verwaltungsrat trat Martin Selz altershalber zurück. Einstimmig zum Nachfolger gewählt wurde Stefan Kalt. Der 57-jährige Elektro-Ingenieur ist Direktor der «Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen». Er nahm die Wahl dankend an.

Zukunft gehöre den E-Bussen

Zum Schluss referierte Roman Zürcher, Verkehrsplaner der BSU, zur Zukunft der Elektromobilität im öffentlichen Verkehr. «Ich bin überzeugt, die Elektromobilität wird kommen. Die Frage ist nur wann.» Besonders in China, aber auch in Deutschland oder Norwegen, werde massiv in die Elektromobilität investiert. In der Schweiz noch nicht. Einzig Genf übernehme eine Vorreiterrolle.

In manchen Städten, zum Beispiel Basel oder Schaffhausen, seien zudem E-Busse in Betrieb. «Verschläft die Schweiz den Einstieg?» Zumindest dem BSU soll dies nicht passieren. In einem Pilotprojekt sollen, wenn möglich bereits ab 2020, einzelne Elektrobusse auf der Linie 1 Oberdorf-Recherswil unterwegs sein.

Das Thema bewegte die Anwesenden. In einer regen Diskussion wurden viele, teils auch kritische, Fragen gestellt. Von der Entsorgung der Batterien über Alternativmöglichkeiten bis hin zur Energieproduktion. Doch der Tenor war klar: E-Mobilität wird kommen. Ob die Politik nachzieht, muss sich aber erst noch zeigen.