Eine einfache Lösung, um den Kreuzplatz in den Spitzenzeiten vom Verkehr zu entlasten, gibt es nicht. Dieses Fazit wurde in der Arbeitsgruppe Kreuzplatz gezogen. Allerdings gibt es durchaus sinnvolle Massnahmen, die auch in Kombination miteinander den Rückstau mindern können. Seit mehr als einem halben Jahr ist die Arbeitsgruppe daran, Lösungen zu erarbeiten. Aus ursprünglich 40 Varianten sind jetzt noch zwei Lösungen übrig geblieben, die effektiv umsetzbar scheinen.

Doch ein Kreisel?

Das eine ist eine Kreisellösung - allenfalls mit Bypass. Verkehrsexperten empfehlen Kreisel, da diese im Normalfall leistungsfähiger sind, als Knoten mit oder ohne Lichtsignalanlage. Nachteilig ist, dass der öffentliche Verkehr nur bedingt bevorzugt werden kann. Eine gezielte Lenkung von Fahrzeugen könnte mit einer baulichen Anpassung, einem sogenannten Bypass, erreicht werden. Mit diesem würden die Fahrzeuge von der Luzernstrasse West direkt in die Hauptstrasse in Derendingen am Kreisel vorbeigeführt. Die Kreisellösung auf dem Kreuzplatz ist nur möglich, wenn eine Liegenschaft abgebrochen wird. Aus diesem Grund wurde diese Variante vom Kanton bisher nur mit grosser Zurückhaltung verfolgt. Nun aber hat sich offenbar ein Paradigmawechsel ergeben. Der Kanton kann sich vorstellen, die betroffene Liegenschaft zu kaufen. Die zweite mögliche Variante ist der Einbau einer neuen, gesteuerten Lichtsignalanlage.

In der Arbeitsgruppe Kreuzplatz sind diverse Fachleute vertreten. Dazu kommen die Gemeindepräsidenten aus Derendingen, Zuchwil, Subingen und Luterbach. Den Gemeinden, die direkt von der Verkehrsproblematik rund um den Kreuzplatz betroffen sind. Diese Gemeinden sind nun in der nächsten Phase gefragt, wie Bernard Staub (Chef Amt für Raumplanung) erklärt. «Die Fachleute haben ihre Arbeit fürs Erste erledigt. Nun wollen wir einen politischen Entscheid aus den betroffenen Gemeinden. Wenn wir die Rückmeldung haben und wissen, was gewünscht ist, dann arbeiten wir weiter», so Staub. Schon Ende 2013 könnte ein Vorprojekt auf dem Tisch liegen, mit dem dann weiter geplant werden kann.

Problem der Spitzenzeiten

Der Rückstau auf dem Kreuzplatz ergibt sich vor allem in den Spitzenzeiten am Morgen und am Abend. Verkehrssimulationen am Computer zeigen auf, dass auch ein Kreisel - mit oder ohne Bypass - und eine moderne Lichtsignalanlage das grosse Verkehrsaufkommen in diesen Spitzenzeiten nicht zur Zufriedenheit aller entschärfen können. Die Variante Lichtsignalanlage zeigt aber weniger Rückstaus als die Variante Kreisel.

Eine Lösung sei es zudem, so Staub, das Verkehrsmanagement bereits auf der Luzernstrasse ab dem Kreisel McDonald's zu verändern. Aus diesem Grund soll künftig auch ein Vertreter des Astra (Bundesamt für Strassen) in der Arbeitsgruppe Einsitz nehmen. Der motorisierte Individualverkehr könnte mit dem neuen Regime künftig zweispurig geführt werden. Den Bus würde man mit einer neuen Lichtsignalanlage beim Knoten Waldegg privilegieren.

In Derendingen wird umgebaut

Einfluss auf die Situation auf dem Kreuzplatz haben auch verschiedene Bauvorhaben. So liegt ein genehmigter Gestaltungsplan für das Schöller-areal (Derendingen-Luterbach) vor mit dem die DHL ihren Betrieb ausbauen könnte. Auch auf dem Wissensteinfeld könnte schon bald etwas passieren, wie auch auf dem daran anschliessenden Fadacker auf Gemeindegebiet Subingen. Wenig Probleme sieht Staub mit dem im Zuchwiler Ausserfeld geplanten Elektro-Fachmarkt. «Die Fahrten dorthin werden sich über den Tag verteilen und nicht die Spitzenzeiten tangieren.» In Derendingen wird zudem in nächste Zeit die Hauptstrasse umgebaut und das Zentrum gleichzeitig attraktiviert.