Staatsanwaltschaft

Es gibt keine Beweise für illegale Drogen in Seminaren der Kirschblütler

Ermittlungen gegen Kirschblütler eingestellt

Ermittlungen gegen Kirschblütler eingestellt

Die Kirschblüten-Gemeinschaft soll während Therapie-Sitzungen Drogen an ihre Patienten abgegeben haben. Dieser Vorwurf zog mehrere Strafverfahren nach sich. Nun gab die Staatsanwaltschaft jedoch bekannt, dass nicht länger gegen die Gruppierung ermittelt werde.

Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren gegen zwei Personen der Kirschblütengemeinschaft in Lüsslingen ein. Die Untersuchung wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz wird aber gegen eine weitere beschuldigte Person fortgeführt.

Zwar ist noch immer nicht vollständig geklärt, ob bei der Kirschblütengemeinschaft in Lüsslingen-Nennigkofen illegale Drogen an Teilnehmer von Psycholyse-Seminaren abgegeben worden sind. Diese Vorwürfe stehen im Raum, seit ein Reporter des deutschen Fernsehsenders ARD 2015 mit versteckter Kamera ein Seminar in Lüsslingen besuchte und dort illegale Substanzen erhalten haben soll. In der Folge führte die Polizei Razzien durch.

Razzia bei Kirschblütler

Razzia bei Kirschblütler (23.März 2015)

Gründer und Sex-Guru Samuel Widmer setzt bei seinen Therapien angeblich seit Jahren auf illegale Drogen. Nun hat die Staatsanwaltschaft gegen den Solothurner ein Verfahren eröffnet.

Allerdings ist nun ein Grossteil der Beschuldigten – aus dem engen Umfeld des 2017 verstorbenen Arztes und Kirschblüten-Oberhauptes Samuel Widmer – entlastet worden. Gestern hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass die Verfahren gegen zwei beschuldigte Personen eingestellt werden. Es lägen «keine ausreichenden Beweismittel für strafbare Handlungen» vor, so die Staatsanwaltschaft. «Der anfängliche Tatverdacht liess sich im Verlauf der Strafuntersuchung nicht erhärten.» Bei zwei weiteren beschuldigten Personen hat die Staatsanwaltschaft «mangels genügenden Tatverdachts» gar darauf verzichtet, ein Strafverfahren zu eröffnen.

Allerdings sind die Vorwürfe – derzeit – noch nicht vollständig aus der Welt geschafft. Gegen eine beschuldigte Person wird das Verfahren wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz nämlich fortgeführt, wie die Staatsanwaltschaft ebenfalls mitteilte. «Dieses Verfahren steht in Zusammenhang mit dem Vorwurf der Drogenabgabe im Rahmen von Seminaren und anderen Veranstaltungen», erklärt auf Anfrage Jan Lindenpütz, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft. Es soll sich jedoch um ein geringes Delikt handeln, das im Strafbefehlsverfahren abgehandelt werden kann.

Vom Tisch sind die Vorwürfe gegen die beiden Partnerinnen des verstorbenen Samuel Widmer, die seine Praxis weiterführen. «Wir sind erleichtert», sagt Marianne Principi dazu. Verbunden sei damit die Hoffnung, dass nun die «sehr belastende Zeit der Verleumdung und des Mobbings» vorbei sei. «Wir hoffen, dass wir rehabilitiert sind.»

Mehr als vier Jahre hat die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die lange Dauer des Verfahrens erklärt Lindenpütz nicht nur mit der Zahl der Verfahrensbeteiligten. Auch die Auswertung der Beweismittel habe Zeit benötigt, musste doch das Bundesgericht entscheiden, dass Unterlagen aus der Arztpraxis überhaupt ausgewertet werden dürfen. Zudem sind befragte Personen im Ausland wohnhaft, was Rechtshilfeersuchen nötig gemacht habe.

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