Wir berichteten in der Ausgabe von Donnerstag: Bei der Auflistung aller Förder- und Anerkennungspreise trat zutage, dass der Solothurner Unternehmerpreis zwar von Regierungsrat, Handelskammer und Gewerbeverband gemeinsam getragen wird, der Kanton aber die vollen Kosten übernimmt. Das wirft die Frage auf, ob sich die Wirtschaftsverbände da nicht etwas mit fremden Federn schmücken. Die Antwort von Handelskammer-Direktor Daniel Probst kam postwendend.

Es sei gar nicht wahr, dass die Handelskammer keine Eigenleistungen für den Unternehmerpreis erbringt. Auf Nachfrage listet er exakt auf, was alles nicht mit den 41'000 Franken gedeckt ist, die der Kanton der Handelskammer für die Durchführung des Wettbewerbs bezahlt: Administrationsarbeiten wie Adresslisten erstellen, Einladungsversand, Disposition von Infrastruktur und Verpflegung, Betreuung der Website etc. beanspruchen rund 65 Arbeitsstunden à 100 Franken, macht 6500 Franken.

Für Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung werden acht Stunden aufgewendet, macht weitere 800 Franken, exklusive Mehrwertsteuer. Die Portokosten für den Postversand (1000 A-Post-Briefe à 70 Rappen) schlagen mit 700 Franken zu Buche. Dazu kommen 800 Franken für das Archiv und Materiallager (für Pultpanel, Display) und Packmaterial. Macht also 8800 Franken, plus 700 Franken Mehrwertsteuer total 9500 Franken, die zu den Kosten von 106'000 Franken des Kantons dazukommen.

Und noch etwas: Vor vier Jahren habe die Handelskammer das Redesign der Homepage für den Unternehmerpreis übernommen. Kostenpunkt: 16'000 Franken. Es erübrigt sich schon fast zu erwähnen, dass es der Handelskammer-Direktor «richtig und wichtig» findet, die eingesetzten Gelder für die Anerkennungspreise des Kantons kritisch unter die Lupe zu nehmen. So genau wie er wollte es nicht mal SVP-Kantonsrätin Jacqueline Ehrsam in ihrer Interpellation wissen. (mou)