Das Solothurner Obergericht hat am Montag die Strafen im Dreifachmord von Grenchen bestätigt. Alle drei Angeklagten wurden wegen Mordes zu lebenslänglichen Freiheitsstrafen verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 36-jährige, ehemalige Spitzensportler, der 28-jährige ungelernte Koch und die 53-jährige Frau alle ihren Teil zur Bluttat im Juni 2009 beigesteuert haben.

Daniel Walder, Anwalt von Ruth S., zum Urteil des Solothurner Obergerichts

Daniel Walder, Anwalt von Ruth S., zum Urteil des Solothurner Obergerichts

Hier hätten drei Menschen zusammengefunden, die nie hätten zusammenkommen dürfen, weil sie zusammen eine explosive Mischung bildeten, fasste das Gericht die Situation bei der Urteilseröffnung zusammen. Alle drei hätten ohne Skrupel über die Tat diskutiert und das Vorgehen geplant, wie wenn es sich um einen Ausflug in die Berge gehandelt habe.

Im Gerichtssaal verhaftet

Im Falle der Frau führte das Gericht ins Feld, dass sie die beiden Haupttäter mit Rat, Informationen über die Opfer und mit Betäubungsmitteln versorgt habe. Sie habe das Geld gebraucht und die beiden Haupttäter dazu gedrängt, die bei ihr angelaufenen Schulden zurückzuzahlen.

Pius Buchmann, Verteidiger von Patric S., zum Urteil im Schenkkreis-Mord

Pius Buchmann, Verteidiger von Patric S., zum Urteil im Schenkkreis-Mord

Die Frau hatte erwirkt, dass sie kurz nach dem Urteil der ersten Instanz wieder auf freien Fuss gesetzt wurde. Nach der Urteilsverkündung des Obergerichts wurde die Frau am frühen Montagabend in Handschellen gelegt und in Sicherheitshaft genommen.

Ihr Anwalt sagte, dass er den Fall vor Bundesgericht ziehen werde. Ebenso will er die angeordnete Sicherheitshaft anfechten, damit die Frau bis zum Urteil des Bundesgerichts erneut auf freien Fuss kommt.

Kaltblütig und skrupellos

Er habe bei der Tat eine unglaubliche Kaltblütigkeit, eine aussergewöhnliche Skrupellosigkeit und extremen Egoismus an den Tag gelegt, beurteilte das Gericht die Rolle des 28-jährigen, ungelernten Kochs. Er habe keinesfalls eine untergeordnete Rolle gespielt, sondern die Tochter der Familie eigenhändig erstickt.

Schenkkreis-Mord: Die Angeklagten auf dem Weg in den Gerichtssaal

Die Angeklagten auf dem Weg in den Gerichtssaal

Strafmildernd kam ihm zu Gute, dass er die Tat im Verlaufe der Untersuchung schon früh gestanden und sich selber schwer belastet hatte. Eine verminderte Zurechnungsfähigkeit wegen Alkoholkonsum könne er aber nicht geltend machen, meinte das Gericht.

Auch sein Anwalt sagte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, dass er den Entscheid des Solothurner Obergerichts vom Bundesgericht überprüfen lassen wolle. Ihm gehe es vor allem um das Gutachten, welches über seinen Klienten erstellt wurde.

Keine Reue gezeigt

Der ehemalige Spitzenhammerwerfer sei derjenige der Täter mit dem stärksten Tatwillen gewesen, meinte das Gericht zum dritten Tatbeteiligten. Auch er habe nach der Tat keine Reue gezeigt. Er habe aus reiner Habgier gehandelt. Ihm sei es einzig und allein um das Geld gegangen.

Er weise zwar Persönlichkeitsstörungen auf, aber diese seien nicht auf seinen Kokain- und Anabolikakonsum zurückzuführen. Der Mann sei vollumfänglich schuldfähig. Er hat laut Obergericht zwei der drei Morde begangen.

Die Verteidiger der beiden Haupttäter hatten eine Reduktion der Freiheitsstrafe auf 18 bis 20 Jahre, gefordert. Die Verurteilung wegen mehrfachen Mordes und anderer Delikte wurde von den Verteidigern nicht angefochten.

Der Anwalt der Frau wollte einen Freispruch bei den Hauptvorwürfen und lediglich eine Verurteilung in Nebenanklagepunkten. Der Staatsanwalt war nicht in Berufung gegangen und sieht sich nun mit dem Urteil des Obergerichts bestätigt.

Befangenheitsantrag zurückgewiesen

Ein im Verlaufe des Prozess vom Anwalt der Frau gestelltes Rückweisungsgesuch an die Vorinstanz wurde vom Obergericht zurückgewiesen. Der Anwalt hatte die Befangenheit von Gerichtspräsident François Scheidegger kritisiert, der die Verhandlung der ersten Instanz geleitete hatte.

Scheidegger habe den Prozess nur benützt, um sich für seinen Wahlkampf um das Grenchner Stadtpräsidium in Szene zu setzen, meinte der Anwalt der Frau. Beim Vorwurf der Befangenheit müsse ein direktes Interesse des Richters an der Sache, über die verhandelt werde, vorliegen, begründete das Obergericht die Ablehnung.

Mann erschossen, zwei Frauen erstickt

Der Dreifachmord von Grenchen SO hatte sich im Juni 2009 ereignet. Ein 60-jähriger Mann wurde mit einem Kopfschuss niedergestreckt. Seine 55-jährige Ehefrau und die 35-jährige Tochter wurden mit Plastiksäcken erstickt.

Die Beschuldigten erhofften sich bei der in Schenkkreise verwickelten Familie fette Beute. Alle drei Tatbeteiligten hatten sich selber an Schenkkreisen beteiligt. Sie fanden bei der Familie jedoch lediglich 5000 Franken, 600 Euro, Modeschmuck und vier Uhren.

Der Live-Ticker zum Nachlesen:

16.40 Uhr: Obergerichtspräsident Hans-Peter Marti schliesst die Verhandlung. In den nächsten Wochen sollen die schriftlichen Urteile den Parteien zugestellt werden. Ab dann läuft die Beschwerdefrist.

Patric S. verlässt als Erster den Saal. Alle drei machen einen gefassten Eindruck. Ruth S. werden Handschellen angelegt und sie wird aus dem Saal geführt.

16.30 Uhr: Laut Kamber müsse aufgrund der langen Haftstrafe auf eine erhöhte Fluchtgefahr von Ruth S. geschlossen werden. Deshalb sei Sicherheitshaft gefordert.

16.25 Uhr: Bei zwei Beschuldigten, bei Ruth S. und Guido S., gibt es also leichte strafmildernde Umstände. Dennoch sei bei niemandem von einer lebenslänglichen Strafe abzusehen, so Kamber. Diese Gründe würden nicht genügend ins Gewicht fallen. Das Verschulden sei bei jedem der Delikte derart hoch.

16.13 Uhr: Strafmass für Ruth S. Das Handeln von Ruth S. sei durch Habgier geprägt gewesen, wendet sich nun wieder Marcel Kamber an die Anwesenden. Auch die kaltblütige und grausame Art der Tat sei ihr als Mittäterin vollumfänglich anzulasten. Eine besondere Skrupellosigkeit sei gegeben.

Ruth S. sei voll schuldfähig. Ausgehend von der schweren Kindheit von Ruth S. sei von einer leichten Strafmilderung auszugehen.

Das ausserordentlich hohe Verschulden schlage sich aber auch auf Ruth S. nieder, so Kamber. Das Urteil: lebenslänglich.

16.10 Uhr: Das Verschulden sei im Vergleich zu Guido S. etwas höher einzuschätzen. Er habe Margrit Dubey alleine umgebracht. Alleine für diese Tat müsse eine lebenslängliche Strafe ausgesprochen werden.

Strafmilderungsgründe hätte das Gericht nicht gefunden, so Kiefer - nur Gründe, die die Strafe erhöhen.

16.00 Uhr: Kiefer wendet sich den Erkenntnissen zu, zu denen der Gutachter gekommen war. Dieser habe eine Suchtkrankheit von Patric S. verneint. Dies, da das Denken des ehemaligen Hammerwerfers nie nur auf Drogen ausgerichtet gewesen sei.

Der Anabolika-Konsum von Patric S. habe kein aggressives Verhalten hervorgerufen.

Patric S. habe frei entschieden, ins kriminelle Milieu zu rutschen.

15.54 Uhr: Oberrichter Daniel Kiefer spricht nun über das Strafmass für Patric S. Dieser habe aus reiner Habgier gehandelt. Die Tatausführung sei als ausserordentlich gefühlskalt zu bezeichnen.

Patric S. sei bereit für die Tat gewesen, sagt Kiefer. Es gebe keinen Druck von Ruth S., der sich strafmildernd auf Patric S. auswirken könnte. Auch sei keine Betroffenheit, keine Reue feststellbar.

15.52 Uhr: Ein ausserordentlich schweres Verschulden sei bei Guido S. feststellbar, so Hans-Peter Marti. Auch wenn die Geständnisbereitschaft und die Persönlichkeitsstörung strafmildern zu beurteilen seien, könne das Strafmass nicht anders als auf eine lebenslängliche Strafe lauten.

15.45 Uhr: Guido S. habe in seinen Aussagen, nie von einer Angst vor Patric S. gesprochen. Er habe Dania umgebracht, weil der ehemalige Spitzensportler konditionell nicht mehr konnte. Erst auf die ausdrückliche Frage seines Verteidigers habe Guido S. dann gesagt, dass er Dania Dubey nur aus purer Angst vor dem Mittäter umgebracht habe. Laut Marti sei es fraglich, ob die von Guido S. geschilderten konditionellen Gründe zutreffen.

15.35 Uhr: Es könne keine Rede davon sein, dass das Handeln von Patric S. Guido S. überrascht habe. Der heute 27-Jährige habe Patric S. ein Küchentuch gereicht, damit es dieser in den Mund von Margrit Dubey stecken konnte, er habe das Handy von Margrit Dubey in den Kühlschrank gelegt, das Haus systematisch nach Geld durchsucht und eine Wahrsagerin angerufen. "Das lässt auf ein eigenständiges und kaltblütiges Handeln schliessen", sagt Marti. Seine Kooperation im Strafverfahren sei aber strafmildernd zu bewerten.

15.20 Uhr: Jetzt spricht Obergerichtspräsident Hans-Peter Marti zur Strafzumessung von Guido S. Dieser habe sich der Mittäterschaft schuldig gemacht, drei Menschen umgebracht zu haben, so Marti. "Es war ein Eliminationsmord. Das beweist extremen Egoismus." Die Art der Tatausführung zeuge von einer ausserordentlichen Grausamkeit.

Durch ihre Vorgehensweise hätten sich Guido S. und Patric S. das Vertrauen von Margrit Dubey erschlichen (vorab angerufen und angekündigt, Geld in den Schenkkreis zu bringen).

Er sei es gewesen, der Ruth S. am Tattag um Rat gefragt habe und bei der Wahrsagerin Maria O. per Telefon nachgefragt habe, wo denn das Geld versteckt sei. "Guido S. war weder ein Befehlsempfänger noch ein kleiner Welpe", sagt Marti. Er habe sich nie von der Tat distanziert. Die fehlende Betroffenheit hätte sich bei allen Beschuldigten gezeigt.

Seine finanzielle Situation sei zwar angespannt gewesen, aber nicht unüberwindbar.

15.15 Uhr: Kamber erzählt von einem ähnlichen Fall, der vor Bundesgericht behandelt worden war. Der Mann habe vor und während der Tat eine untergeordnete Rolle gespielt, nach der Tat aber entscheidend zum Gelingen der Tat beigetragen. Mit dem Reinigen der Waffe und des Autos habe sich dieser in keinster Weise von der Tat distanziert.

"Die von Ruth S. eingestandenen Handlungen vor der Tat zusammen mit den Mitwirkungshandlungen nach der Tat erfüllen die Voraussetzungen für eine Mittäterschaft", kommt Kamber wieder auf den aktuellen Fall zu sprechen. "Ruth S. spielte eine wesentliche Rolle in der Dreiergruppe." Sie sei wichtig gewesen, habe ein eigenes Interesse an der Beute gehabt und habe auch nach der Tat eine bestimmende Rolle in der Gruppe gespielt. "Sie ist Mittäterin und entsprechend schuldig zu sprechen", so Kamber.

15.07 Uhr: Im Bezug auf Ruth S. stehe die Frage im Zentrum, ob sie durch die nachgewiesen Handlungen selbst zur Täterin hätte werden können, ohne bei der Tat dabei gewesen zu sein. Kamber nennt den entsprechenden Auszug aus der bundesgerichtlichen Rechtssprechung. Der gemeinsame Tatbeschluss werde vorausgesetzt.

15.02 Uhr: Es hätten hier drei Personen zusammengefunden, die niemals hätten zusammenfinden dürfen, so Referent Marcel Kamber. Sie hätten eine explosive Mischung gebildet.

15.00 Uhr: Die Rolle von Ruth S. innerhalb des Trios sei schon zu relativieren, sagt Kamber. "Sie war nicht die dominante Drahtzieherin. Sie war ebenso wenig der General, dem zwei Soldaten bedingungslos folgten." Sie sei ein wichtiges Mitglied gewesen, eine Mitorganisatorin, die bei der Planung eine wichtige Rolle gespielt habe.

14.59 Uhr: Guido S. sei jemand gewesen. Das erkläre, weshalb er nie auf Distanz gegangen sei. Weder ein Druck von Ruth s. noch eine unüberwindbare finanzielle Notlage gewesen, weshalb er mitgemacht habe.

14.55 Uhr: Welchen Einfluss hatte Ruth S. auf Patric S.? Dieser sei selbst eine starke Persönlichkeit, die bereits in die Kriminalität (besonders Drogenhandel) abgerutscht sei, sagt Kamber. Er habe durchaus aus eigenem Antrieb gehandelt und sei nicht lediglich Befehlsausführer gewesen.

14.52 Uhr: Der Gutachter habe bei Ruth S. dominierende Wesenszüge festgestellt (dominierende Wesenszüge, kämpferische Grundeinstellung, erschwerte weibliche Identitätsfindung...), aber auch Hilfsbereitschaft, Pflichtbewusstsein. Diese Einschätzungen würden auch durch den Führungsbericht durch die Anstalt Hindelbank gestützt, so Kamber. Sie habe sich rasch in der Gruppe integriert und im Verlaufe ihrer Haft eine kontrollierende und dominierende Art gezeigt.

14.45 Uhr: Das Beweisergebnis stütze sich vor allem auf die Aussagen von Ruth S. und die objektiven Beweismittel durch die ausgewerteten Telefondaten.

Wenn sie von den Ereignissen wirklich überrascht worden wäre, hätte sie irgendwelche emotionale Regung zeigen müssen, so Marcel Kamber. Doch stattdessen habe sie die Waffe geputzt und versteckt, die Beute entgegen genommen und Guido S. angewiesen, die Kleider zu verbrennen.

14.40 Uhr: Ruth S. habe alle Tipps in der Annahme von polizeilichen Ermittlungen gegeben. So habe sie unter anderem darauf hingewiesen, zu grosse Kleider und Schuhe zu tragen. Auch habe sie mit einer telefonischen Überwachung gerechnet.

14.35 Uhr: Im Vergleich zu seinen ersten Aussagen (das erste Geständnis von Guido S. war 56 Seiten lang), gebe es eine Abweichung, stellt Kamber fest. Guido S. habe zuerst geschildert, wie er aus eigenem Entscheid der fest schnaufenden Dania Dubey auf die Brust gekniet sei und ihre die Hand vor den Mund gehalten habe, während Patric S. in der Küche Plastiksäcke holte.

In den letzten Aussagen hätte er Alkohol ins Spiel gebracht. Zudem habe er sich als überfordert bezeichnet und dass er nur aus Angst vor Patric S. gehandelt habe.

14.27 Uhr: Die Verteidigung von Ruth S. habe richtig darauf hingewiesen, dass die Polizei bei der Befragung suggestive Fragen im Hinblick auf Ruth S. als Drahtzieherin gestellt hatte. Dass Guido S. selbst auf solche Fragen Ruth S. nicht weiter belastet habe, würde die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen nur noch mehr stärken, sagt Referent Marcel Kamber. "Guido S. hat die Aussagen sicherlich nicht gemacht, um sich zu entlasten."

Das Eingeständnis des vorgängigen Tatplans sei das Gegenteil eines Entlastungsversuchs, so Kamber.

14.22 Uhr: Guido S. habe bereits früh umfassende Aussagen gemacht; überwiegend in freier Rede. "Er war sehr bemüht, seine mütterliche Freundin zu schützen", so Kamber. Oftmals habe er sich geweigert, auf eine Frage zu antworten.

Ausgesagt habe er, dass er Patric S. nach der Tat fast hätte zwingen müssen, aus Grenchen wegzufahren. "So fuhren wir nach Hause zu Ruth S.", habe er damals ausgesagt, zitiert Kamber. Der 27-Jährige wäre damals aber lieber gleich zu sich nach Hause gefahren. "Eine sehr glaubhafte Aussage", schliesst Kamber.

14.15 Uhr: Ruth S. habe nicht explizit bestritten, dass sie Patric S. und Guido S. keinen Rat gegeben habe, einen Termin mit Margrit Dubey auszumachen. Sie habe in ihrer Befragung lediglich ausgesagt, dass sie sich nicht erinnern könne.

Patric S. und Guido S. hatten von einem Treffen am Nachmittag des 5. Juni 2009 in Gebenstorf gesprochen, bei dem die Tötung von Personen besprochen worden sein soll. Von diesem Treffen wollte Ruth S. aber nichts wissen. Der Tötungsplan habe sie immer bestritten, so Kamber.

Bei Patric S. und Guido S. hätte es Phasen gegeben, bei dem sie versucht hätten, ihre Schuld auf andere abzuwälzen.

14.06 Uhr: Jetzt spricht Referent Marcel Kamber. Zuerst will er die Mitwirkungshandlungen von Ruth S. zusammenzutragen. Er beginnt mit den Aufzählungen:

Die beschuldigte Ruth S. sei sehr zurückhaltend gewesen, was ihre Mitwirkung an der Tat angehe, so Kamber. Sie habe Patric S. und Guido S. bei "De Club" eingeführt. Sie sei sich bewusst gewesen, dass sie eine Ratgeberfunktion gehabt habe. Ruth S. habe zugegeben, mit den beiden Männern kriminelle Handlungen zur Geldbeschaffung getätigt zu haben.

Ruth S. sei von beiden als Chef bezeichnet worden, nicht aber als General. Die 53-Jährige habe auf ihrem Hof mit Patric S. Fesselungen geübt und Informationen zur Wohnsituation der Familie Dubey weitergegeben. Zudem habe sie instruiert, wie das Chloroform und die Gazen zur Betäubung verwendet werden müssen.

13.58 Uhr: Marti widmet sich als allererstes dem Antrag von Verteidiger Daniel Walder zu, dass das Urteil des Amtsgerichts zurückzuweisen sei. Dies wegen Befangenheit von François Scheidegger, des damaligen Amtsgerichtspräsidenten und heutigen Grenchner Stadtpräsidenten.

Mit der Wahl eines Richters werde ein grundsätzliches Problem angesprochen, so Marti. Jeder Richter müsse durch das Volk gewählt werden. "Gewisse Gefahren sind vorgegeben." Richter seien zudem nicht frei von Eitelkeit.

Das reiche für eine Befangenheit nicht aus. Der Rückweisungsantrag wird abgewiesen.

13.57 Uhr: Der Gerichtsvorsitzende Hans-Peter Marti heisst alle zur Urteilsverkündung willkommen und stellt fest: alle Beschuldigten sind da.

Die mündlichen Ausführungen würden summarisch behandelt, so Marti.