Stephanie Ritschard

«Es besteht grosses öffentliches Interesse»: SVP-Kantonsrätin will Einsicht in den Bericht über William W.

In einer Interpellation verlangt Ritschard Auskunft über den Bericht zur Administrativuntersuchung von William W. Für sie ist klar: «Es besteht ein sehr grosses öffentliches Interesse an den Antworten im Bericht.»

In einer Interpellation verlangt Ritschard Auskunft über den Bericht zur Administrativuntersuchung von William W. Für sie ist klar: «Es besteht ein sehr grosses öffentliches Interesse an den Antworten im Bericht.»

Die Riedholzer SVP-Kantonsrätin Stephanie Ritschard will, dass der Bericht über die Administrativuntersuchung publiziert wird.

Ende vergangener Woche wurde publik, dass die Strafuntersuchung, welche die Staatsanwaltschaft gegen Kinderschänder William W. führt, länger dauern wird als geplant. Konkret: Die Untersuchungshaft wurde verlängert, um der Anklagebehörde mehr Zeit zu geben, die Untersuchung abzuschliessen. Laut Staatsanwaltschaft soll dies in naher Zukunft der Fall sein.

Hintergrund der Geschichte: William W. hatte nach dem Beginn seiner ambulanten Behandlung mit Bewährungshilfe – ab Mitte November 2016 – nicht nur ein Kind sexuell belästigt, wie die Öffentlichkeit geglaubt hatte. Im Extrakt des Untersuchungsberichts über die Administrativuntersuchung, der Anfang September vorgestellt wurde, war wörtlich zu lesen: «Im Verlauf des Verfahrens wurden weitere Anzeigen wegen früherer sexueller Übergriffe auf Kinder eingereicht.» Konkret: William W. machte sich wegen sexueller Übergriffe gegen weitere vier Kinder strafbar. Zweimal wegen sexueller Handlungen, zweimal wegen sexueller Belästigung. Und dies, obwohl er vorbestraft war und das Rückfallrisiko bekannt war.

Immer noch sind Teile des Berichts unter Verschluss

Das ist die ungeheuerliche Seite dieser Geschichte. Die politische: Weshalb wurden nicht einmal all jene Teile des Berichts publiziert, die erstens keinen Einfluss auf die laufende Strafuntersuchung haben und zweitens auch sonst keine problematischen Details enthalten? Dieser Frage nimmt sich nun die Riedholzer SVP-Kantonsrätin Stephanie Ritschard an, nachdem auf Bundesebene bereits Parteikollege Christian Imark sowie Ex-SP-Nationalrätin Bea Heim aktiv geworden waren.

In einer Interpellation verlangt Ritschard nun Auskunft über den Bericht zur Administrativuntersuchung. Für sie ist klar: «Es besteht ein sehr grosses öffentliches Interesse an den Antworten im Bericht.» Das Thema habe «eine politische Dimension» und dürfe «nicht zu einer rein technischen Diskussion verkommen». Schliesslich gehe es um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürgern und die Frage, «wie effektiv unser Rechtssystem noch ist». Dabei führt die Interpellantin für ihre Forderung nicht zuletzt die Beauftragte für Information und Datenschutz an. Demnach enthielten die erfragten Stellen des Berichts keine Informationen, die das laufende Verfahren beeinflussen könnten.

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Balz Bruder

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