Erst kürzlich meldete die Exportförderungsorganisation Switzerland Global Enterprise (S-GE), dass die exportorientierten Schweizer KMU der Zukunft mit grosser Zuversicht entgegenblicken. Gemäss einer Umfrage rechneten 60 Prozent aller KMU – wie im bisherigen Jahresverlauf – auch im vierten Quartal 2017 mit steigenden Ausfuhren. Und der gleichzeitig publizierte Credit-Suisse-Exportbarometer, der die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten abbildet, liegt auf einem so hohen Stand wie seit 2011 nicht mehr.

Diese positive Grundstimmung scheint auch für die Solothurner Exportindustrie zuzutreffen. In den ersten neun Monaten 2017 wurden aus dem Kanton Solothurn Waren im Wert von rund 4 Milliarden Franken exportiert. Dies entspricht einem Wachstum von 3,2 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode, wie Christian Hunziker, Ökonom und stellvertretender Direktor der Solothurner Handelskammer, auf Anfrage erklärt. Allein im September wuchs der Export um 9,6 Prozent. Sein Datenmaterial basiert auf den Zahlen der eidgenössischen Zollverwaltung.

Frankenschock überwunden?

Bemerkenswert dabei ist, dass die Ausfuhren aus dem Kanton Solothurn erstmals das Niveau von vor dem Frankenschock im Januar 2015 überschritten haben, wie ein Blick in die Statistik zeigt. In den ersten drei Quartalen 2014 lag das Exportvolumen noch bei 3,9 Milliarden Franken. «Nach schwankenden Exportzahlen in den ersten Monaten des Jahres mehren sich also die Anzeichen für einen nachhaltigen Wachstumstrend in der solothurnischen Exportindustrie», kommentiert Hunziker.

Nach Ansicht der Ökonomen der Credit Suisse und S-GE profitierten die Schweizer KMU vom Wachstum der amerikanischen und deutschen Industrie. Ebenso schlagen die positiven Währungseffekte durch. Der Frankenkurs hat sich gegenüber dem Euro deutlich abgeschwächt. Der Wechselkurs hat sich von 1.07 Franken zu Beginn des Jahres auf aktuell rund 1.15 Franken abgeschwächt. «Das verbessert die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Firmen im Export und stärkt die Nachfrage nach Schweizer Gütern im Ausland», heisst es in der Studie.

Von den drei wichtigsten Solothurner Exportindustrien schwang in den ersten neun Monaten die Metallindustrie obenaus. Die Verkäufe ins Ausland nahmen um starke 12,8 Prozent zu. Auch die Ausfuhren der wichtigsten Warengruppe, «Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie», legten 2,1 Prozent zu. Damit konnte der Abwärtstrend in den vergangenen zwei Jahren zumindest gestoppt werden. Sorgenkind der Solothurner Exportwirtschaft bleibt die Warengruppe «Maschinen, Apparate, Elektronik». Hier resultierte ein Rückgang, und zwar um 1,8 Prozent. Immerhin sieht Hunziker von der Handelskammer eine Verbesserung. Denn die «Maschinen-Ausfuhren» hätten allein im dritten Quartal um 2,5 Prozent zugelegt. «Damit hat die in den letzten Monaten schwächelnde Maschinenindustrie Boden gefunden.»

Europa-Nachfrage steigt

Die Aufschlüsselung nach geografischen Räumen zeigt, dass die Solothurner Produkte im ersten Halbjahr in allen Weltregionen gefragt waren. Die Exporte nach Nordamerika wuchsen um 7,5, jene nach Asien um 3,8 Prozent. Auch nach Europa – mit einem Anteil von 60 Prozent der mit Abstand wichtigste Markt für die Solothurner Exportfirmen – wurden 2,1 Prozent mehr Güter ausgeführt.