Priesterinnen können sie auch anno 2015 noch nicht werden, eine kantonale Synode präsidieren aber schon: die Frauen in der römisch-katholischen Kirche. Im März zur ersten Präsidentin des Synodalrats gewählt, leitete Bernadette Rickenbacher (Starrkirch-Wil) am Mittwoch im Pfarreiheim Niedergösgen ihre erste Synodalversammlung. Die 48-jährige Katechetin und CVP-Kantonsrätin dirigierte die Abgeordneten der 75 Kirchgemeinden des Kantons Solothurn problemlos, die 84 Delegierten genehmigten alle Anträge des Synodalrates ohne Gegenstimmen.

Als kantonaler Zusammenschluss der Kirchgemeinden ist die Synode für die Zuteilung der Mittel für gesamtkantonale kirchliche Aufgaben zuständig. Im Budget 2015 bleiben die prozentualen Beiträge der Kirchgemeinden unverändert. Die Verwaltungsrechnung schliesst bei einem Aufwand von rund 1,4 Mio. Franken mit einem Überschuss von etwa 40 000 Franken; die Rechnung für die Anderssprachigen-Missionen (Italiener, Kroaten, Vietnamesen, Portugiesen, Polen, Spanier, Albaner) zeigt bei einem Aufwand von gut 1,5 Mio. Franken ein kleines Defizit von 8000 Franken.

Defizit im Finanzausgleichsfonds

Mehr Sorgen macht sich die Synode um die Finanzausgleichsrechnung, aus der nicht nur die Beiträge an finanzschwache Kirchgemeinden, sondern auch an zahlreiche Fachstellen und Institutionen im konfessionellen wie im ökumenischen Bereich kommen: Um die Finanzausgleichsrechnung im Lot zu halten, wird im Jahr 2015 der Ertragsausgleichsfonds wiederum um 350 000 Franken angezapft, nachdem für das laufende Jahr (Budget) bereits 490 000 Franken und für 2013 280 000 Franken entnommen werden mussten. Damit sinkt der Fondsbestand von 1,9 Mio. Ende 2013 voraussichtlich auf nur noch 1,1 Mio. Franken per Ende 2015.

Die Finanzausgleichsrechnung der Synode ist also zurzeit chronisch stark defizitär, was auf den Rückgang der Steuern der juristischen Personen im Kanton Solothurn (Stichwort: Alpiq) zurückzuführen ist. «Wir wollen nicht schwarzmalen, aber ehrlich malen», erklärte Kurt von Arx (Egerkingen), Ressortleiter Finanzen im Synodalrat, den Delegierten.

«Spätestens für 2016/17 will der Synodalrat eine ausgeglichene Rechnung präsentieren», kündigte von Arx an. «Wir wollen einfachere und kostengünstigere Strukturen.» Zuerst werde bei den Behörden und der Verwaltung gespart, versprach der «Finanzminister», danach bei den Fachstellen und den Anderssprachigen-Missionen. Letztere müssten vermehrt in den neu entstehenden Pastoralräumen im Kanton mitarbeiten, was zu einer Kostenreduktion führe.

Vorerst brachte der Synodalrat aber noch zwei Stellenanliegen unter Dach. Diskussionslos genehmigte die Versammlung die unbefristete Weiterführung der vor zwei Jahren als Pilotprojekt geschaffenen 100-Prozent-Praktikumsstelle im Ressort Personelles; diese Praktikanten würden kostengünstig in verschiedenen Fachstellen in Olten mitwirken, erläuterte Theres Mathys-Manz (Oensingen), Ressortleiterin Pastoral.

Um 10 Prozent aufgestockt wird das Sekretariat der Fachstelle Religionspädagogik in Solothurn, dies wird aber durch Beiträge der Synoden von Basel-Stadt, Baselland und Aargau finanziert.

Im Frühjahr hat der Synodalrat ein neues Leitbild und ein Kurzporträt der römisch-katholischen Synode Kanton Solothurn erarbeitet. Beide liegen auf Papier wie auch auf der Homepage www.synode-so.ch vor.