Biberist
Ernst Gilgen steht wieder im Final von «Morgenstund hat Gold im Mund»

Ernst Gilgen, der pensionierte Kantonspolizist, aus Biberist hat im Morgenspiel auf SRF1 erneut fünf Runden geschafft und kann Ende Jahr im Final antreten, dies nicht zum erstenmal.

Agnes Portmann-Leupi
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Ernst Gilgen weiss wo es langgeht

Ernst Gilgen weiss wo es langgeht

Agnes Portmann-Leupi

Tagesschau sehen, Zeitungen und Internet durchstöbern sowie morgens um 5.55 Uhr aufstehen, um die Nachrichten am Radio nicht zu verpassen: So sahen Ernst Gilgens Tage aus, als er Ende Januar am Radio in «Morgenstund hat Gold im Mund» mitspielen durfte. «X-mal habe ich telefoniert, bis es klappte», klärt er auf. Wie schon im Jahr 2010 beantwortete er die 15 Fragen fehlerlos und schaffte es erneut in den Final.

Der pensionierte Kantonspolizist scheint unbestritten ein gutes Gespür fürs Vorbereiten zu haben. Auf seinen Notizblättern fand sich nicht selten die richtige Antwort zu den Stichworten der Radio-Moderatoren, wie CSI, Australien, 3. März oder WEF. Seine Ehefrau Ruth stand ihm bestärkend zur Seite. Im Finale Ende Jahr wird er auf sich alleine gestellt sein, ohne Ehefrau und Notizzettel. «Dort werden nicht nur Fragen über Aktuelles gestellt, sondern über alles Unmögliche. Etwa, welchen Preis ein Schützenkönig am Eidgenössischen bekommt oder wann das erste Lauberhornrennen stattgefunden hat», erzählt er.

Bezirks- und Wanderleiter

Ernst Gilgen ist zweifellos vielseitig interessiert. Als Bezirksleiter des Vereins Solothurner Wanderwege vom Gebiet «Leberberg West» wandert er an rund 50 Halbtagen pro Jahr das Wegnetz ab. Dieses erstreckt sich vom Bahnhof Solothurn bis zum Hinterweissenstein und westlich bis an die Kantonsgrenze. Er ist, zusammen mit zwei Mitarbeitern, für die korrekte Signalisation und für Verbesserungsvorschläge verantwortlich, nicht aber für den Unterhalt. Sein Rucksack ist jeweils voll beladen mit Astschneider, Pinsel, Farbe, Abdeckband, Putzmaterial, gelben Rhomben aber auch mit neuen Wegweisern, deren neue Schrift schweizerisch vorgegeben ist. Nicht erstaunlich, dass er den Jura wie seine Hosentasche kennt und sein GPS-Gerät zur Untätigkeit verbannt ist.

Profitieren von der klaren, einheitlichen Signalisation kann Ernst Gilgen selber als Wanderleiter des Vereins Solothurner Wanderwege. Seine erste Tour führt in diesem Jahr von Nottwil an den Soppensee nach Wolhusen, eine weitere ins Gebiet der Kleewenalp.

Hüttenwart auf der Schauenburg

Als Wanderleiter engagiert sich der 67-Jährige ebenfalls seit geraumer Zeit für die Naturfreunde der Sektion Biberist. Vor über 30 Jahren ist er mit seiner Ehefrau, der Tochter und den beiden Söhnen – dazugesellt haben sich mittlerweile vier Grosskinder – der Sektion beigetreten. Zehn Jahre amtete er als Präsident, heute noch als Hüttenwart des Naturfreundehauses Schauenburg. Zwölfmal pro Saison verwöhnt er höchstpersönlich die Passanten im 1172 Meter hoch gelegenen Haus auf der ersten Jurakette. Die Gäste erhalten Getränke und einfache Gerichte. Naturverbunden zeigt sich Ernst Gilgen heuer sogar in der Seniorenbühne Biberist, einer weiteren Leidenschaft des Biberisters. Im Theater ist er als Milchkuhverbandspräsident für den Kauf eines vermeintlich prächtigen Munis verantwortlich.

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