Nachgefragt
«Erdbestattungen wird es immer geben»

Nachgefragt bei Josef Zuber, Leiter des Bestattungsunternehmen Zuber in Günsberg in der vierten Generation.

Noëlle Karpf
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Die meisten Bestattungen sind Kremationen (Symbolbild)

Die meisten Bestattungen sind Kremationen (Symbolbild)

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Josef Zuber.

Josef Zuber.

zvg

Josef Zuber, welche Bestattungsformen sind heute gefragt?

Heute sind 92 Prozent Kremationen, 8 Prozent Erdbestattungen. Als ich noch ein Kind war, war das genau umgekehrt. Gemeinschaftsgräber sind zudem gefragt.

Warum hat sich das verändert?

Teils, weil man den Nachkommen nicht mehr eine Grabpflege über viele Jahre zumuten will. Zudem leben die Kinder der Verstorbenen heute oft verstreut über die halbe Welt und können sich nicht mehr um das Grab kümmern. Bei den Gemeinschaftsgräbern oder -anlagen liegt trotzdem immer ein «Blüemli» da.

Wird es irgendwann keine Erdbestattungen mehr geben?

Doch, die wird es immer geben. Es gibt unter Katholiken, Reformierten oder Andersgläubigen immer Menschen, die sich aus religiösen oder anderen Gründen nicht kremieren lassen.

Wie wirken sich die neuen Bestattungsformen auf Ihr Geschäft aus?

Wir bewegen uns weg vom Traditionellen. So hatten wir beispielsweise schon Wasser- und Seebestattungen. Und wir haben Leihurnen für den Fall, dass Angehörige die Asche im Wald oder im Wasser verstreuen. Zudem bieten wir verschiedene Urnen an, die sich zersetzen. Ich leite das Geschäft in der vierten Generation mit meiner Frau. Früher hatten wir nur schwarze Leichenwagen. Auf das kommende Jahr nun auch einen weissen – man muss ja mit der Zeit gehen.

Einen weissen Leichenwagen?

Den hatte ich mal gemietet und er kam sehr gut an. Die Leute fanden: Es ist ja immer alles schwarz. Und eigentlich ist so eine Bestattung schon traurig genug.