Mit einer Dauererektion musste Edvin K.* 2012 ins Spital, nachdem ihm Kevin L.* Testosteron verabreicht hatte (wir berichteten). Gestern nun sprach das Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt Kevin L. vom Vorwurf der mehrfachen Vergehen gegen das Heilmittelgesetz frei.

Verurteilt wurde dagegen Luan K., der Bruder des Opfers. Er hatte dem Testosteronverkäufer nämlich per SMS eine Drohung geschickt. «Weni use finge as eine vo euch mim brüetsch öpis verkauft het, de gidz toti lüt, das schwöri», schrieb er. Das Gericht verhängte dafür eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 120 Franken. «Solche Aussprüche werden als krass erachtet», erklärt Amtsgerichtspräsident Ueli Kölliker.

Doch damit nicht genug: Tage später folgte ein heftiger Streit bei Kevin L. zu Hause. Luan und Lorik K., die beiden Brüder des Opfers, wollten den Testosteronverkäufer zur Rede stellen; die Situation eskalierte. Lorik K. schlug Kevin L. ins Gesicht. Nachdem dessen Vater die beiden Brüder aufforderte, das Haus zu verlassen, bekam auch er eine Faust ab. Die Schwester, die ihren Vater schützen wollte, wurde zur Seite gedrängt. Nun muss Lorik K. dem Vater eine Genugtuung von 2000 und der Schwester 1000 Franken bezahlen. Das Gericht verurteilte Lorik K. wegen mehrfacher versuchter einfacher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu einer bedingten Geldstrafe von 230 Tagessätzen zu 70 Franken. Im Gegensatz zu Lorik wurde sein Bruder Luan nicht wegen Hausfriedensbruch verurteilt. «Diesen hätte er erst beim Übertreten der Türschwelle begangen», rechtfertigt Kölliker.

Doch auch für Testosteronverkäufer Kevin L. hat der Abend Konsequenzen: Beim Streit holte dieser nämlich ein Messer in der Küche und attackierte damit die Brüder. Luan K. trug eine Wunde davon. Kevin L. wurde deshalb wegen mehrfach versuchter einfacher Körperverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 120 Franken verurteilt. «Es hätte ins Auge gehen können. Er hat eine schwere Körperverletzung in Kauf genommen», so der Amtsgerichtspräsident. Zudem muss Kevin L., Luan K. eine Genugtuung von 2000 Franken bezahlen.(SWH)