Bildung
Englisch wird an der Kanti Solothurn als Schwerpunktfach eingeführt

Remo Ankli war chancenlos: Der Kantonsrat hat am Mittwoch gegen den Willen des Bildungsdirektors Englisch als Schwerpunktfach an der Kanti Solothurn eingeführt.

Lucien Fluri
Drucken
Teilen
Kantonsratsentscheid: Gegen den Willen des Bildungsdepartementes bleibt das Schwerpunktfach Englisch an der Kanti.

Kantonsratsentscheid: Gegen den Willen des Bildungsdepartementes bleibt das Schwerpunktfach Englisch an der Kanti.

Felix Gerber

Aus Sicht des Bildungsdepartement brachte das Experiment wenig Nutzen. Deshalb beschloss man dort 2012, den seit 2007 an der Kanti Solothurn laufenden Schulversuch «Englisch als Schwerpunktfach» abzubrechen.

Denn alle Kantischüler, die Englisch lernen wollen, können dies bereits in den Grundlagenfächern wählen. Im Gegenzug hat man ein Angebot präsentiert, das gar als attraktiver eingeschätzt wird: eine zweisprachige Matur Deutsch-Englisch, die noch dieses Jahr kommt.

Am Mittwoch hat der Kantonsrat das Bildungsdepartement zurückgepfiffen. Er hat mit 68 zu 20 Stimmen einen Auftrag von Susan von Sury (CVP, Solothurn) gutgeheissen, der das Schwerpunktfach Englisch – zusätzlich zur bilingualen Matur – auf dem Stundenplan der Solothurner Kantischüler lassen will.

Zum Abstimmungsergebnis hat auch eine Ergänzung beigetragen, die die Bildungskommission am Auftrag vorgenommen hat: Alle Schwerpunktfächer fallen künftig unter ein gemeinsames Kostendach.

So soll verhindert werden, dass es zu Mehrkosten kommt. Insbesondere die Vertreter von FDP und SVP dürfte dies beruhigt haben. Bildungsdirektor Remo Ankli war davon allerdings nicht überzeugt. «Die Ausweitung ist nicht gratis zu haben. Der administrative Aufwand ist nicht wegzudiskutieren», sagte er. Und fügte leicht resigniert an: «Nutzen und Wirkung spielen hier offenbar keine grosse Rolle.»

Die Schüler mögen das Fach

Einzig die Grünen unterstützten Remo Ankli. Alle anderen Fraktionen sprachen sich für die Beibehaltung des Schwerpunktfaches aus. Es gebe keinen nachvollziehbaren Grund, das Fach nicht einzuführen, sagte Franziska Roth (SP, Solothurn). «Wenn viele Schüler das Fach wählen, ist es nicht korrekt, dass wir sagen, das Fach sei nicht wichtig», erklärte Rene Steiner (EVP, Olten) als Sprecher der CVP-Fraktionsgemeinschaft. Roberto Conti (SVP, Solothurn) ergänzte: «Warum sollte man Englisch gegenüber Latein und Griechisch benachteiligen?».

Und Hubert Bläsi (FDP, Grenchen) sah im Scherpunktfach Englisch eine Möglichkeit, sprachlich orientierte Schüler bei der Stange zu halten. «Die Nachfrage soll bestimmen, ob ein Fach nötig ist», sagte Kommissionssprecherin Verena Meyer (FDP, Mühledorf) mit Blick auf den guten Anklang, der das Fach bei den Schülern bereits gefunden hat.

Aktuelle Nachrichten