Energiepreis 2015
Energieforum zeichnet Bellacher Späti Holzbau AG aus

Am diesjährigen Energieforum der Regio Energie Solothurn wurde der Energiepreis 2015 vergeben. Für ihren verantwortungsvollen, nachhaltigen Umgang mit der Baustoff Holz wurde die Bellacher Späti Holzbau AG ausgezeichnet.

Andreas Kaufmann
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Energiepreis der Regio Energie Solothurn, die Co-Geschäftsführer Beat und Christoph Späti mit RES-Direktor Felix Strässle.

Energiepreis der Regio Energie Solothurn, die Co-Geschäftsführer Beat und Christoph Späti mit RES-Direktor Felix Strässle.

Andreas Kaufmann

Der Pioniergeist ging um im Landhaus Solothurn: Um nichts anderes als um Pioniere und Vorbilder ging es nämlich beim Energieforum, das am Dienstag von der Regio Energie Solothurn RES durchgeführt wurde. Darin enthalten war zum achten Mal auch die Verleihung des traditionellen RES-Energiepreises, der an Institutionen vergeben wird, die sich um vorbildliches Handeln im Sinne des Klima- und Umweltschutzes verdient gemacht haben.

Pioniergeist zum Ersten ...

Als heuer auserkorene Pionierin konnte die Firma Späti Holzbau AG aus Bellach, vertreten durch die Brüder und Co-Geschäftsleiter Beat und Christoph Späti, den Preis entgegennehmen. Was 1929 als Schreinerei und Sägerei begann, wird heuer bereits in dritter Generation von den Brüdern Christoph und Beat Späti geführt – dies «als umfassender Dienstleister im Bereich Holzbau». Für die beiden Brüder seien «Ökologie, Nachhaltigkeit und energiebewusstes Bauen nicht nur Schlagworte, sondern die eigene Arbeitsphilosophie», würdigte die RES in einer entsprechenden Medienmitteilung.

Konkret hob man den 2013 neu gebauten Firmensitz im Minergie-P-ECO-Standard hervor, durch den der Betrieb weitgehend ohne CO2-Verbauch auskomme. In seiner Laudatio zum Energiepreis 2015 verwies Stadtpräsident und RES-Verwaltungsratspräsident Kurt Fluri auf die regionale Verankerung, die sich bei den Geschäftspartnern von Späti zeige, aber auch beim verwendeten Rohstoff Holz, der überwiegend aus der Region stamme.

Pioniergeist zum Zweiten ...

«Freude herrscht» kommentierte 1992 Adolf Ogi den ersten Schweizer Abstecher in den Weltraum. Claude Nicollier, der bis heute auch der einzige Schweizer Astronaut geblieben ist, sorgte mit seinem Auftritt ebenso dafür, dass Freude herrschte. Doch nicht nur vier Shuttle-Missionen und 42 Tage im Orbit qualifizierten ihn als Gast des Energieforums. So ist der 70-jährige Professor der ETH Lausanne auch als Leiter der Flugtests rund um das Solarflugzeug «Solar Impulse» bekannt – und passte damit ins Thema des Anlasses.

In seinem kurzweiligen Referat nahm er das geladene Publikum auf eine Reise in 600 Kilometern Höhe mit, wo er mitunter bei der Reparatur des Hubble-Teleskops beteiligt gewesen war. Eins bewies der Gastredner eindrücklich: Der Weg zu den Sternen mag rau sein – viel Training für den Regel- und Ernstfall, Teamwork und Disziplin gehören dazu: Doch vermochten seine Ausführungen Fernweh zu wecken, wie er selbst sie nach dem Anblick der blauen Perle Erde gehabt haben muss. «Auf eine Stunde Tag folgte eine halbe Stunde Nacht. Da kommen einige Sonnenaufgänge zusammen.»

Und Nicollier sorgte für weitere Lacher: «Sollten Sie einmal die Gelegenheit dazu haben, ergreifen Sie sie.» Nur: Was während eines Ausseneinsatzes wie ein Tanz mit den Sternen anmutet, findet bei 28 000 Stundenkilometern statt, während nebenan das Space Shuttle mitzieht. Seine eingangs gestellte Frage, weshalb man eigentlich in den Weltraum reise, beantwortete Nicollier durch seine Erlebnisse und durch eindrucksvolle Fotos gleich selbst.

Pioniergeist zum Dritten ...

RES-Direktor Felix Strässle nutzte die Gelegenheit des Anlasses, um im selbigen Pioniergeist aufs Vorreiterprojekt des Hybridwerks Aarmatt aufmerksam zu machen: «Das Werk ist ein Unikat, in Europa, und wahrscheinlich auch in der ganzen Welt.» Ebenso kam als zweites grosses visionäres Standbein das 30 Mio. schwere Fernwärmenetz zur Sprache.

Apropos Wärme: Den artistischen Schlusspunkt unter die Veranstaltung setzte Feuerkünstler und Tänzer Joseph Stenz, der dem Publikum durch seinen spielerischen Umgang mit dem gefährlichen Element auf unterhaltsame Weise einheizte.