Weissenstein

Ende April ist für Pächter Kappeler Schluss im Kurhaus: «Das ist ein Schock für uns»

Die Wege von Samuel Kappeler und dem Kurhaus Weissenstein trennen sich Ende April.

Die Wege von Samuel Kappeler und dem Kurhaus Weissenstein trennen sich Ende April.

Die Besitzerin des Kurhauses Weissenstein hat den Pachtvertrag mit Samuel Kappeler auf Ende April auslaufen lassen. Dies überrascht Kappeler völlig. Er äussert sich auch zu Vorwürfen.

Dass die Pacht nicht verlängert werde, habe ihn völlig überrascht, sagt Samuel Kappeler auf Anfrage. «Das ist ein Schock für uns. Wir sind immer davon ausgegangen, dass wir länger auf dem Weissenstein bleiben.»

Schliesslich habe die Hotel Weissenstein AG noch letzte Woche Reservationsanfragen für den Sommer weitergeleitet. Mehr als 100 Reservationen hat Kappeler bereits für den Sommer angenommen.«Jetzt ist der Teufel los. Wir müssen Veranstaltungen absagen, darunter auch Hochzeiten.»

28 Kündigungen wurden ausgesprochen. Sieben Personen bekommen innerhalb des Unternehmens eine neue Stelle.

Warum kam es zur Trennung?

Weit gehen die Aussagen zwischen Kappeler und der Hotel Weissenstein auseinander, wenn es darum geht, weshalb der Pachtvertrag nicht verlängert wurde. Kappeler selbst macht dafür die Hotel Weissenstein AG verantwortlich, die ihre Baupläne geändert hat. Weil nun das Kurhaus gleichzeitig mit dem Neubau des mehrere Hundert Plätze umfassenden Glas-Kubus saniert werden soll, sei kein Platz mehr im Gebäude für den Weiterbetrieb des Restaurants.

Ganz anders tönt es bei der Hotel Weissenstein AG. Sie sieht die Schuld bei Samuel Kappeler und seiner Firma Hüttenzauber. «Aufgrund der vermehrten und zunehmend negativen Gästerückmeldungen in Bezug auf die gebotene gastronomische Qualität möchte sich die Hotel Weissenstein AG klar von dem Betrieb distanzieren», heisst es in einer am Mittwoch verschickten Mitteilung. Auch wolle die Hotel Weissenstein AG «alle Mitarbeiter gleich und fair» behandeln.

Schliesslich habe man, um Schäden am eigenen Ruf abzuwenden, die Reissleine ziehen müssen. Damit dürfte die Hotel Weissenstein AG auf Vorwürfe anspielen, die Kappeler kürzlich gemacht wurden. In einem Beitrag hatte die Fernsehsendung Kassensturz berichtet, dass Angestellte in Kappelers Berghütten nicht wie abgemacht 100 Prozent arbeiten können, sondern teils nur wenige Stunden pro Tag eingesetzt werden. Auf den erhofften Lohn kommen sie deshalb nicht. Für kleine Zimmer bezahlen sie hohe Mieten. Samuel Kappeler, der 14 Berggasthäuser führt, will die Vorwürfe nicht gelten lassen. Er habe alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten.

Auf dem Weissenstein, gibt er zu, sei sicher nicht alles «tiptop» gelaufen. «Aber wenn es so schlecht gewesen wäre, wie es jetzt geredet wird, hätten wir nicht so viele Reservationen.» Man müsse auch anschauen, mit welchen Voraussetzungen auf dem Solothurner Hausberg gearbeitet werde. «Es wurde seit Jahren nichts mehr investiert. Es ist ein altes Haus mit Kapazitätsengpässen.» Für Kappeler ist klar: Er hätte den vergangenen Winter gar nicht gemacht, wenn nicht die ernsthafte Option auf die Verlängerung bestanden hätte. Denn der Winter rentiere auf dem Berg bei einem Pachtzins von 25'000 Franken monatlich nicht. Der Sommer sei viel interessanter.

Am 22. April wird das Kurhaus unter Kappeler letztmals geöffnet haben. 

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