EM-Anpfiff
Viele Public Viewings im Kanton Solothurn geplant, dafür nur im kleineren Rahmen

Die Fussballeuropameisterschaft steht vor der Tür und mit den jüngsten Lockerungen der Pandemiemassnahmen sind Public Viewings wieder möglich. Vielerorts ist die Freude der Veranstalter gross, während andere lieber ausgelassener feiern würden.

Andri Morrissey
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Das Beach Style vor der Pandemie: Fans verfolgen das Achtelfinale der WM 2018 zwischen der Schweiz und Schweden.

Das Beach Style vor der Pandemie: Fans verfolgen das Achtelfinale der WM 2018 zwischen der Schweiz und Schweden.

Hanspeter BärtschiI

Dank der neusten Lockerungen der Pandemiemassnahmen des BAG sind grössere Veranstaltungen wieder möglich. So können Public Viewings mit mehreren hundert Gästen stattfinden – wenn auch noch immer mit Auflagen und Anpassungen.

Beach Style mit Maximum 300 Gästen

In Solothurn findet wie gewohnt auf dem Dornacherplatz das Public Viewing Beach Style statt. Da die Bewilligung aufgrund der pandemischen Lage erst spät eingeholt werden konnte, beginnen wenige Tage vor dem Anpfiff die Vorbereitungen. Die Veranstaltung wird sich aber an einigen Punkten von früheren Ausgaben unterscheiden, etwa darin, dass kein Regenschutz aufgebaut wird. Ein Zelt würde das Einhalten der Distanz zwischen Besucherinnen und Besuchern erschweren, sagt Michel Von Burg vom Organisationskomitee des Beach Styles.

Das ist an den Public Viewings erlaubt

An den öffentlichen Public Viewings gelten nach wie vor die Regelungen des BAG. Es dürfen sich in den Innenbereichen maximal 100 Gäste und draussen maximal 300 Gäste bewegen. Maximal die Hälfte der Fläche darf besetzt werden und die Gäste müssen sich bei der Ankunft elektronisch erfassen lassen. Dazu gilt Masken- und Abstandspflicht.

In den Restaurants gelten die gleichen Regeln wie sonst für die Gastronomie: Pro Tisch sind in den Aussenbereichen sechs, in den Innenbereichen vier Gäste an einem Tisch erlaubt. Wer nicht sitzt, muss eine Maske tragen. Zusätzlich müssen sich alle Gäste im Restaurant registrieren lassen.

Von Burg ist trotzdem erfreut über die Möglichkeit, auch wenn das Public Viewing in diesem Jahr nur wenige Gäste empfangen darf. «Wir machen auch etwas, wenn es nur 300 Besucherinnen und Besucher sind», sagt Von Burg. Normalerweise würden bei einem Spiel der Schweiz 6000 Tickets zum Verkauf stehen.

«So eine kleine Veranstaltung ist nicht unser Stil, aber wir wollen der Bevölkerung etwas bieten. Deshalb schöpfen wir alle Möglichkeiten aus.»

Die kurze Zeit, die für die Organisation des Events zur Verfügung steht, beunruhigt Von Burg nicht. «Wir haben zehn Jahre Erfahrung und Lieferanten, die kurzfristig reagieren können. Die Stadt unterstützt uns zusätzlich mit dem Bereitstellen von Sitzmöglichkeiten und Absperrgitter», sagt Von Burg.

Maximum ein Drittel der vollen Kapazität

In Olten findet seit über zehn Jahren während der Fussball Welt- und Europameisterschaft ein Public Viewing auf der Schützenmatte statt. Auch dieses Jahr organisiert Nicolás Castillo vom Restaurant Schlosserei eine Grossleinwand und einen grossen Fernseher. Begeistert wie bei vergangenen Durchführungen ist Castillo aber nicht. Er spricht von einer «Special Edition» in diesem Jahr. Anstatt der gewohnten 1500 bis 2000 Besucher erwartet Castillo das erlaubte Maximum von 300 Personen.

«Nach Corona wäre es schön gewesen, ausgelassen feiern zu können, aber das wird so nicht möglich sein. Es ist eine Feier mit der Handbremse»,

sagt Castillo. «Aber nichts machen ist auch keine Lösung.»

Kleine Premiere in Grenchen, Gratisgetränke in Biberist

Während dieser EM findet im Baracoa in Grenchen kein Public Viewing im grossen Rahmen statt. In den Räumlichkeiten des Restaurants Parktheater wird aber zum ersten Mal eine Liveübertragung stattfinden, sagt Geschäftsführer Argim Asani. Er rechnet aber nicht damit, dass alle angebotenen Plätze bedeckt werden. «300 Gäste werden wir sicher nicht haben. Es wird ja nicht so sein wie früher, als Menschen stehend konsumieren konnten», sagt Asani. «Es wird nicht riesig, eher diskret.»

EM-Spiele werden ausserdem in Riedholz auf dem Attisholz-Areal gezeigt. Veranstalter Harri Kunz ist aber nur mässig begeistert, denn das Public Viewing, wie es im Attisholz bekannt ist, wird nicht stattfinden. «Mit 300 Menschen mit Masken auf der Tribüne zu stehen, macht keinen Spass. Es gibt eine abgespeckte Version in der Kantine Attisholz, aber auf klassischer grosser Art wird keine Übertragung stattfinden», sagt Kunz. «Natürlich sind wir enttäuscht, aber dieses Schutzkonzept ist nicht tragbar.»

Freude herrscht hingegen in Biberist im Restaurant Ämmesee, wo ebenfalls eine kleinere Liveübertragung geplant ist. Geschäftsführer Martin Scheurer freut sich, einen solchen Anlass durchzuführen. «Wir haben bei uns im Restaurant viele kleinere Anlässe und sind daher gut für ein Public Viewing eingerichtet», sagt Scheurer. Gesamthaft haben 66 Gäste Platz, der Eintritt ist gratis. Und: «Bei jedem Tor der Schweiz gibts ein Gratisgetränk», verrät Scheurer zusätzlich.

Führen Sie ein Public Viewing durch oder wissen, wo die Spiele gezeigt werden? Melden Sie sich per Mail an online@chmedia.ch