Solothurner Rektoren dürfen Schülerinnen und Schüler mit Bussen bestrafen. Die Schulleitung der kantonalen Berufsschulen nutzt diese Strafen öfters, wie diese Zeitung letzte Woche berichtete. Lernende, die dem Unterricht unentschuldigt fernbleiben oder gegen die Hausordnung verstossen, müssen eine Busse zahlen. Die kantonalen Berufsschulen nahmen so im letzten Jahr 171'000 Franken ein.

Doch nicht nur an Berufsschulen drohen solche Geldstrafen. Auch Leiter der kantonalen Volksschulen können Bussen erteilen. Laut dem Volksschulgesetz dürfen sie Strafen bis zu 1'000 Franken erteilen.

Geldstrafen für verlängerte Ferien

Bezahlen müssen die Beträge nicht die Kindergärtler oder Primarschüler, sondern deren Eltern. Laut dem Kanton und verschiedenen Schulleitern soll es jedoch höchst selten zu solchen Konsequenzen kommen. Die Gründe für Ermahnungen und Androhungen solcher Bussen sind dafür häufig dieselben: verlängerte Ferien.

«Es ist unseres Wissens so, dass es kaum zu Bussen kommt», so Yolanda Klaus, die stellvertretende Amtsvorsteherin des Volksschulamtes. Bussen und Ermahnungen würden vor allem erteilt, wenn Kinder mehrmals nach den Ferien fehlen, weil die Familie noch im Urlaub ist. Andere Fälle seien dem Volksschulamt nicht bekannt.

Für «unentschuldigtes Fernbleiben» nach den Ferien seien in den letzten sechs Jahre zweimal Eltern gebüsst worden, berichtet Irène Schori, Rektorin der Schulen der Stadt Solothurn. Solche Strafen würden rund 500 Franken betragen. Bussen würden aber nur dann erteilt, wenn alle anderen Massnahmen und Gespräche mit Eltern wirkungslos blieben. Auch die Leitung des Gäuer Schulkreises setzt auf «Kooperation des Elternhauses».

Kontaktaufnahme mit den Institutionen

Bei komplexeren Situationen würden dann Institutionen wie die Kinder- und Erwachsenen-Schutzbehörde (Kesb) kontaktiert, so Christoph Kohler. Diese Mittel hätten bisher gewirkt. «Seit meinem Amtsantritt 2014 wurden gegenüber den Eltern keine Bussen ausgesprochen», sagt Kohler.

Auch in Oltner Schulen wurde bisher «noch nie eine Busse erteilt», sagt Direktionsleiter Ueli Kleiner. Dafür hätte die Schulleitung schon Eltern ermahnen müssen. Auch hier seien der Grund unerlaubte Ferienverlängerungen.

Demnach scheine die Androhung von Bussen zu wirken. Ähnlich sieht die Situation im Schulverband Bucheggberg aus. Laut Direktorin Verena Meyer-Burkhard gebe es ab und zu Verwarnungen. Zu Bussen sei es bis jetzt aber noch nicht gekommen. Von den Grenchner Schulen war wegen Ferienabwesenheit niemand für eine Stellungnahme erreichbar.