Am 1. August, ist es soweit. Um Punkt 11 Uhr fahren Vertreter des Kantons auf Booten in Richtung Vevey ab. An die Fête des Vignerons geht es.

Nur einmal jede Generation findet das grosse Winzerfest statt. Bis zu einer Million Menschen werden im Verlauf des dreiwöchigen Festes in Vevey erwartet, um die 500'000 Flaschen Wein werden getrunken werden. Neu dieses Jahr: Jeder Kanton der Schweiz hat einen Gastauftritt. Einen Tag lang darf man sich am Genfersee präsentieren.

Am 3. August hat Solothurn seinen grossen Tag. Doch bereits am Donnerstag startet der Kanton seine Expedition. Zwei Tage lang werden die Boote auf dem Wasserweg Richtung Vevey unterwegs sein, bevor sie am dritten mit viel Brimborium im Hafen von Vevey einlaufen werden. Die Solothurner Sportpontoniere stellen Boote und Mannschaft: Drei Übersetzboote, zusammengebunden und geschmückt, bieten Platz für rund 20 Menschen. «Wir sind bereit», sagt Martin Scheidegger, Präsident der Pontoniere.

Eine Möglichkeit, sich als Verein zu präsentieren

Dass die Pontoniere bei diesem Mega-Event mitmachen, sei gar keine Frage gewesen, meint Scheidegger. «Wir müssen uns in der Öffentlichkeit präsentieren.» In dem Hobby, dem sie nachgehen, sei es schwierig, Nachwuchs zu finden. Deshalb will man die Fahrt nutzen, um auch sich selber zu zeigen.

Die Fahrt teilt sich auf mehrere Etappen auf. Startschuss ist bei der Regio Energie im Solothurn, dann geht es zuerst bis nach Altreu. Von dort aus weiter nach Büren, am Abend ist in Erlach Feierabend. Am 2. August geht es zunächst nach Le Landeron, dort wird der Weinkeller der Bürgergemeinde besichtigt, von da aus geht es weiter über Auvernier bis nach St. Aubin.

Mit dem Lastwagen werden die Boote schliesslich an den Genfersee gefahren, auf dem am 3. August der Weg in den Hafen von Vevey in Angriff genommen wird. «Unsere Aufgabe wird es sein, den Zeitplan einzuhalten und die Leute pünktlich abzuholen», so Scheidegger. Denn auf jeder Etappe fahren jeweils verschiedene prominente und weniger prominente Gäste – darunter Leser dieser Zeitung – mit.

Keine Schwierigkeiten, nur Vorfreude

Für alle diese Gäste gilt: Schwimmwestenpflicht. Wann immer die Pontoniere mit zivilen Gästen fahren, gilt diese Pflicht sowieso. Damit die Menschen auf dem Boot nicht zu stark schwitzen, wurden für die zweitägige Reise extra leichte Westen angeschafft. Die sich aufblasen, sollte jemand ins Wasser fallen. Aber obwohl es tatsächlich Wein an Bord des Bootes hat: «Ins Wasser fallen wird niemand», sagt Scheidegger. «Und wenn doch», ergänzt er schmunzelnd», holen wir ihn selbstverständlich raus.»

Mit sonstigen Schwierigkeiten rechnet er nicht. «Das Wasser und den Wellengang kennen wir. Einzig das Wetter könnte ein Problem werden. Doch jetzt freuen wir uns auf die Fahrt. Denn diese Reise machen wir nur einmal, und dann nie wieder.»