Coronavirus
Einvernehmliche Lösung abgelehnt: Gewerbler üben Kritik an den Gewerkschaften

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Die Coiffeurgeschäfte gehörten zu den ersten, die wieder öffnen durften. (Archivbild)

Die Coiffeurgeschäfte gehörten zu den ersten, die wieder öffnen durften. (Archivbild)

KEYSTONE/EPA/DAN PELED

Die Lockerung der Zwangsmassnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus wird vom Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverband (KGV) begrüsst. Die begleitenden Einschränkungen und Schutzvorschriften seien richtig, führten aber dazu, «dass die Betriebe zum Teil nur mit massiven Einschränkungen arbeiten dürfen», schreibt der KGV. Damit die Betriebe wieder wirtschaftlich arbeiten können, brauche es mindestens vorübergehend eine gewisse Flexibilität der Arbeitswelt.

Der KGV wehre sich grundsätzlich gegen Eingriffe in die Sozialpartnerschaft. So teilte er «grundsätzlich die gewerkschaftsseitige Haltung, wonach es im Endeffekt günstiger sei, Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen, als Erwerbslose mit Arbeitslosengeldern und Sozialhilfe über die Runden zu bringen». Diese Politik umzusetzen, verlange aber von den Sozialpartnern eine gewisse Flexibilität. «Den Worten sollten jetzt auch Taten folgen», fordert der Verband. Es sei nicht zu «verstehen, weshalb der Gewerkschaftsbund (GBSo) das Ansinnen der Coiffeure, ihre Ladenöffnungszeiten bis Ende Mai zu verlängern, abgelehnt hat». Zumal doch der Arbeitnehmer mit dem Zweischichtbetrieb einverstanden sein müsste und dieser auf den Monat Mai begrenzt wäre. Dennoch habe der GBSo eine einvernehmliche Lösung abgelehnt. Jetzt müsse jeder Coiffeur ein anfechtbares Einzelgesuch einreichen.

In den kommenden Monaten werde es vielleicht in anderen Branchen zu ähnlichen Situationen kommen, schreibt der KGV. Er will auch dort Unterstützung bieten, aber so «weder einen Damm brechen für grundsätzlich längere Öffnungszeiten noch die gelebte Sozialpartnerschaft aufs Spiel setzen». (mgt)

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