18 Anlässe haben die vergangenen Tage im ganzen Kanton stattgefunden. Im Rahmen der Aktionstage psychische Gesundheit, die heuer zum 10. Jahr durchgeführt wurden. Mit dem Ziel, Psychische Störungen den Solothurnerinnen und Solothurner näher zu bringen und Tabus zu brechen. Zum Abschluss der Anlass- Serie wurde eine weitere Veranstaltung durchgeführt. Erneut ging es um psychische Beeinträchtigungen – und Beeinträchtigte.

Am Freitagabend vergaben die Organisatoren der Aktionstage den Solothurner Sozialstern im Hotel Restaurant La Couronne. Diese Auszeichnung erhalten Firmen im Kanton, die sich für die Wiedereingliederung psychisch Beeinträchtigter in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft einsetzen. 10 000 Franken sind mit dem Preis verbunden. Dieses Jahr räumte die Ypsotec AG ab.

Die Firma, die in Grenchen Metallteile für etwa Medizinaltechnik fräst, gibt es schon seit über 100 Jahren. 1916 wurde sie als «Décolletage AG» gegründet. 1994 übernahm dann die Ypsomed mit Hauptsitz in Burgdorf und weiterem Standort in Solothurn die Grenchner Firma. Ein zweiter Standort der Ypsotec befindet sich in Tschechien. In Grenchen arbeiten derzeit 94 Mitarbeitende. Darunter auch solche mit psychischen Erkrankungen.

Überzeugende Haltung

Piero Tschanz von der Geschäftsleitung des Unternehmens erklärte am rund eineinhalbstündigen Anlass, man arbeite mit der Solothurner Invalidenversicherung (IV) zusammen. Ilse Galli, die Leiterin der Administration, führte dann aus, man habe zuerst Kontakt mit der IV, schaue die Möglichkeiten mit der betroffenen Person an, und ob man diese für ein Praktikum einstellen könne. Im besten Fall wird eine Festanstellung daraus.

«Jeder Mensch ist ein Mensch», fassten Moderator und Jury-Mitglieder des Sozialsterns die Einstellung von Tschanz zusammen. Diese führte dazu, dass das Grenchner Unternehmen schliesslich ausgezeichnet wurde. Nominiert gewesen waren ebenfalls das Cucina Arte (Solothurn), Haener Heizung und Sanitär (Breitenbach), Palettenhuber b2 (Witterswil), sowie die Solothurner Spitäler AG. Sie alle arbeiten etwa mit der IV zusammen, um Betroffenen einer psychischen Erkrankung in einen Arbeitsversuch und anschliessend bestenfalls in eine Festanstellung aufzunehmen.

Tschanz meinte dazu: Er achte eben gar nicht darauf, wie jemand aussehe, wenn er auf ihn zugehe. Sondern vielmehr, wie er eine interessante Unterhaltung mit dem Menschen führen könne. Er nehme jeden so wie er ist. Das bedeutet laut der Jury auch, dass es in der Ypsotec keine Sonderbehandlungen für Mitarbeitende mit psychischer Beeinträchtigung gebe. So führte Jury Mitglied und Psychiater Alexander Zimmer aus: «Es ist diese Normalität, dieser ganz normale Umgang mit den Menschen, den diese Firma auszeichnet.»

Diese Haltung kaufe man den Geschäftsführenden auch ab. Und diese Haltung führte schliesslich dazu, dass – obwohl die sechsköpfige Jury immer etwas «fighte» beim Entscheid – einstimmig für die Grenchner Firma gestimmt wurde, als es um die Kürung des Gewinners des Sozialsterns 2018 ging.