Kanton Solothurn
Einige Kinosessel blieben leer – «Auf und Ab ist im Kinogeschäft üblich»

Vielerorts sind die Besucherzahlen rückläufig. Die Betreiber der regionalen Kinos sehen es gelassen. Viele haben ihre Kinos umgebaut - mit neuer Technik erhoffen sie sich mehr Besucher. Aber ein Auf und Ab im Kinogeschäft sei üblich.

Sven Altermatt
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Lücken in den Reihen: In manchen Kinos fielen die Einspielergebnisse im letzten Jahr mager aus.Keystone

Lücken in den Reihen: In manchen Kinos fielen die Einspielergebnisse im letzten Jahr mager aus.Keystone

Am Donnerstag werden die Solothurner Filmtage eröffnet. Dann sind den Kinos in der Stadt Solothurn ausverkaufte Säle garantiert. Doch wie läuft das Geschäft in diesen und anderen Kinos der Region, wenn nicht gerade Filmtage angesagt sind? Bekannt ist: Das Jahr 2013 hat den Schweizer Kinobetreibern keine vollen Kassen beschert. Im Schnitt verloren sie rund 11 Prozent ihrer Besucher, meldete die «Schweiz am Sonntag» kürzlich.

Immerhin noch ein Hit

«Insgesamt sind die Besucherzahlen 2013 bei uns leicht zurückgegangen», sagt Jan de Boer vom Kino «Canva» in Solothurn. Genaue Zahlen kann er noch nicht nennen. «Das Jahr ist gut angelaufen, dann gab es eine längere Durststrecke.» Schuld daran, vermutet de Boer, sei vor allem das gute Wetter im Sommer. Immerhin: «Mit ‹Fack ju Göhte› kam im November noch ein Überraschungshit in die Kinos.»

Erfreulicher klingt es bei Heinz von Gunten, der mit seiner Familie die Solothurner Kinos «Palace» und «Capitol» betreibt. «Wir sind besser als der Schweizer Durchschnitt», berichtet er. Heisst konkret: 2,5 Prozent mehr Eintritte als im Vorjahr.

Welcher Film beim Publikum gut ankomme, lasse sich allerdings nur schwer voraussagen, räumt von Gunten ein. Ohnehin sehen sich die kommerziellen Kinos in der Stadt Solothurn – allesamt Familienbetriebe – nicht als Konkurrenten. «Wir tauschen uns wöchentlich aus und bestimmen, wer welche Neustarts zeigt», erklärt von Gunten. Eine solche Kooperation sei in der Schweiz wohl einmalig.

Neue Technik, neue Möglichkeiten

Das dritte Kino im Solothurner Bunde ist das «Casablanca». Hier wurden 2013 im Vergleich zum Vorjahr 4 Prozent mehr Eintritte verbucht. Der Filmprojektor musste im letzten Jahr der Digitaltechnik weichen. «Die Umstellung hat sich gelohnt», meint «Casablanca»-Besitzer Hans Kocher mit Blick auf die Besucherzahlen. Dank der neuen Technologie sei der Kinosaal auch für Firmenanlässe attraktiver geworden. «Die Saalvermietung ist ein attraktives Standbein, das wir in diesem Jahr ausbauen wollen», sagt Kocher weiter.

Zwar hatte das Solothurner Kino «Im Uferbau» 2013 rund 7 Prozent weniger Besucher, doch für das Arthouse-Kino ist dies kein Grund zur Sorge. Man setze vorrangig auf Nischenfilme, teilt der Betreiber-Verein mit.

«Rex»-Ausbau hat sich gelohnt

Im Kino «Rex» in Grenchen haben sich die Besucherzahlen wie in der ganzen Schweiz um 11 Prozent verändert – in die andere Richtung. «2013 war unser bestes Jahr», freut sich Betreiber Walter Loosli. Die Gründe für diese «äusserst gute Entwicklung» seien klar: «Wir haben unser Kino von Grund auf erneuert, das gefällt dem Publikum.» Bedeutet: eine neue 3-D-Leinwand, bequemere Sitze und eine Apéro-Bar.

Das Kino «Palace», das zweite Lichtspielhaus in Grenchen, wird seit Anfang Jahr von Angel Rodriquez geführt. Er wolle «einen Mix aus Mainstream, Arthouse und alternativem Kino» bieten, erklärte Rodriquez kürzlich in dieser Zeitung.

Die frühere Besitzerin, die Burgdorfer Cinérgie, blickt gelassen auf 2013 zurück: «Wir hatten einen leichten Besucherrückgang, aber das ist nicht schlimm», meint Mitinhaber Mathias Zach. Ein ständiges Auf und Ab sei im Kinogeschäft eben üblich.

Ist das Internet schuld?

Das Oensinger Kino «Onik» hat das schwache Kinojahr 2013 zu spüren bekommen. «Minus 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr», bilanziert Inhaber Robert Heiniger. Verantwortlich dafür sei nebst dem schönen Wetter im Sommer vor allem das eher seichte Filmangebot. «Ein grosser Renner fehlte», weiss Heiniger.

Besonders ärgert den, wie er selbst sagt, «angefressenen Kino-Mann» jedoch etwas anderes: «Noch immer können Kinofilme im Internet einfach kostenlos und straffrei heruntergeladen werden.» Das schneide den Kinos ins Fleisch, ist Heiniger überzeugt.