Das Obergericht bestätigte am 16.Dezember 2016 die Strafen für die beiden Männer, die im Sommer 2012 auf einem Bauernhof in Oensingen im Familienzwist zweier Familien kosovarischer Herkunft einen Mann erschossen und einen weiteren angeschossen hatte. 

Der Sohn muss wegen Mordes und vorsätzlicher Tötung 20 Jahre ins Gefängnis, sein Vater wegen Mordes 17 Jahre, so lautete das Urteil. Obwohl der Sohn alle Schuld auf sich lud, legte das Gericht dar, dass auch der heute 54-jährige Vater als Mittäter mit der Pistole getroffen hat.

Der Sohn sitzt bereits seit 3,5 Jahren im Gefängnis. Sein Vater hingegen legte noch vor Prozessbeginn ein Arztzeugnis aus seiner Heimat Kosovo vor. Eigentlich hätte er nach dem Urteil in Handschellen abgeführt werden sollen, weil die Staatsanwaltschaft Sicherheitshaft beantragt hatte.

Auch fünf Monate später befindet er sich nicht in Haft, wie das «Regionaljournal Aargau-Solothurn» berichtet. Der Mann sei derzeit per internationalen Haftbefehl in ganz Europa ausgeschrieben. Einen Treffer gab es bislang aber nicht.

Die Frist, um gegen das Urteil des Obergerichts Rekurs einzulegen, läuft in ein paar Tagen ab. (ldu)

Oensinger Mörder auf freiem Fuss

Oensinger Mörder auf freiem Fuss

Doppelmord von Oensingen: 20 und 17 Jahre für den Sohn und seinen Vater. Letzter blieb auch der heutigen Urteilsverkündung fern. Er befindet sich im Kosovo.