Die grossen Solothurner Sportclubs schliessen sich dem Kampf gegen die Konkordatsverschärfung an.

Dies vereinfache ebenfalls das Sammeln der Unterschriften gegen das Referendum, heisst es in einer Medienmitteilung. «Bisher sind bereits 800 der benötigten 1500 Unterschriften zusammen. Damit befindet man sich absolut im Fahrplan. Jetzt nachzulassen wäre gleichwohl fatal.»

Dass das Konkordat ohnehin keinen direkten Einfluss auf den Kanton hat, da sich kein Solothurner Team in einer der höchsten Landesligen befindet, ist für das Komitee «zu kurzfristig gedacht».

Zu grosse Sicherheitsanforderungen

Einerseits sei es nicht unwahrscheinlich, dass der EHC Olten in naher Zukunft in die NLA aufsteigen könne, und andererseits kämen die Solothurner-Fussballvereine spätestens bei allfälligen Schweizer-Cup-Partien gegen Super League Vereine ernsthaft in die Bredouille.

Bei diesen Spielen würden mit dem verschärften Konkordat ebenfalls Bewilligungspflichten gelten, heisst es. «Die Vereine könnten ihre Cup-Partien daher möglicherweise nicht auf ihrem eigenen Terrain bestreiten, weil für die teilweise spartanisch ausgebauten Sportplätze die Sicherheitsanforderungen seitens der Behörden zu gross sein dürften - der Cup-Charakter ginge verloren.»

Aber auch ohne ein Solothurner Team in der höchsten Liga und ohne Cup-Partien von Solothurner Clubs gegen Super League Vereine hätte das Konkordat Folgen für die Sportfans des Kantons.

Eingeschränkte Bewegungsfreiheit

«Ein YB Fan der beispielsweise in Dornach wohnt, könnte nicht mehr einfach ein Spiel seines Vereins in Basel besuchen. Zumindest nicht, ohne in seiner Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt zu werden, da ihm sein Anreiseweg vorgeschrieben wird», erklärt Mike Bader, Vorstandsmitglied der Jungfreisinnigen Gäu.

«Diese Einschränkungen und die unzähligen zusätzlichen Sicherheitskontrollen grenzen an eine Bevormundung durch den Staat, welche man eigentlich mündigen Bürgern nicht zumuten kann», so Bader.

Peter Rötheli, Geschäftsführer des EHC Olten, spricht sich ebenfalls gegen die Verschärfung aus. Er sieht in dem Konkordat kein geeignetes Mittel Ausschreitungen zu verhindern: «Gruppen die Krawall machen wollen, finden trotzdem einen Weg. Eine Verschärfung des Hooligan-Konkordats würde vor allem die normalen Fans einschränken und ihnen den Genuss am Spiel verderben.»

Bei Konkordat-Gegner Raum Grenchen stört man sich auch in erster Linie an der Eingeschränkten Bewegungsfreiheit der Fans. «Was mich persönlich auch stört ist, dass das Wort eines Sicherheitsbeamten ausreicht, um mir Stadionverbot zu erteilen. Meine eigene Aussage hätte in dieser Situation gar kein Gewicht mehr», meint André Bachmann, Mitglied des Komitees der Konkordat-Gegner Raum Grenchen. (ldu/jvi)