Umfrage
Eine Umfrage zeigt: In Sachen Steuermoral hört der Spass auf

Der Betreibungsregister-Auszug ist für manche Kantonsräte ein Buch mit sieben Siegeln. Nachdem vor Wochenfrist ein Kantonsrat unter anderem wegen finanzieller Probleme seinen sofortigen Rücktritt erklärt hatte, stellten wir Ratsmitgliedern Fragen.

Urs Mathys
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«Offenbar verlängert sich das Sommerloch bei der Solothurner Zeitung über die Sommerferien hinaus. Anders kann diese Anfrage bei Mitgliedern des Kantonsrates, die meines Erachtens in eine bedenkliche Richtung zielt, nicht verstanden werden». So schreibt Yves Derendinger, Fraktionschef FDP/die Liberalen in einem Mail an die Redaktion. Dabei wollten wir doch auch von ihm nichts Unanständiges wissen. Unsere Frage lautete zusammengefasst bloss: «Wie halten Sie es in Sachen Steuerschulden?»
Nachdem vor Wochenfrist ein Kantonsrat unter anderem wegen finanzieller Probleme (darunter auch Steuerschulden) seinen sofortigen Rücktritt erklärt hatte, stellten wir einer Reihe prominenter Ratsmitglieder aller Couleurs vier Fragen (siehe Kasten). Die Antworten erfolgten unterschiedlich motiviert - einige (wegen Ferienabwesenheit) gar nicht. Ein Angefragter beschuldigte die Redaktion, sie versuche, «einzelne Kantonsräte gezielt blosszustellen».

Die vier Fragen

• Gelten für Kantonsräte höhere Ansprüche bezüglich der Zahlungs- moral?

• Hätten Sie Verständnis, wenn Kantonsräte ihre Steuern nicht ordnungsgemäss bezahlen würden?

• Die Betreibungsämter wollen die Betreibungsregisterauszüge der Kantonsräte nicht herausgeben, finden Sie das generell richtig?

• Wie halten Sie es persönlich in dieser Frage mit der Transparenz?