Normalerweise kommen die Maschinen der Industriefirmen am Abend zur Ruhe, die Werktore werden geschlossen. Nicht so am 11. September: Da werden am Abend die Tore erst richtig geöffnet, nämlich für die Bevölkerung.

Viele Menschen wüssten nur ansatzweise, welche Branchen in der Region angesiedelt sind, heisst es in einer Medienmitteilung der Solothurner Handelskammer. Mit der «Nacht der Industrie» wolle man Licht ins Dunkel bringen. Thomas Heimann von der Solothurner Handelskammer spricht von «Hidden Champions»–Firmen, welche der Bevölkerung trotz ihres Erfolges kaum bekannt seien. Während die Ricola AG in Laufen den meisten ein Begriff sei, ist die Ernst Nachbur AG in Holderbank der Öffentlichkeit völlig unbekannt. «Kaum jemand weiss, dass in jedem Mercedes Teile dieser Firma zu finden sind.»

Entdeckungstour per Bus

Wer einen Augenschein davon nehmen möchte, was sich hinter den «Firmenwänden» abspielt, kann sich bequem von einem Bus zu den Firmen chauffieren lassen. Die Busse starten am Abend in Solothurn, Olten, Oensingen, Grenchen oder Breitenbach und führen die Besucher in drei Stunden zu jeweils zwei Firmen.

«Führungs- und Fachkräfte haben eine Stunde lang Zeit, ihre Firma und die Produkte mit mindestens drei Posten vorzustellen.» Die Führungen seien in jeder Firma ganz unterschiedlich aufgebaut. In der Region Solothurn-Grenchen laden beispielsweise die Agathon AG, die Georg Fischer Wavin AG und die Fraisa SA zur Besichtigung ein. In den Regionen Olten und Oensingen öffnen etwa die Riggenbach AG, die Härterei Gerster AG und die Zaugg Maschinenbau AG ihre Türen. Die Bustickets müssen im Voraus reserviert werden, sind für die Besucher aber kostenlos.

Zürich und Thun machen es vor

Die Industrienacht im Kanton Solothurn findet das erste Mal statt. «Wir haben uns von anderen Städten wie Zürich und Thun inspirieren lassen», so Thomas Heimann. Letztes Jahr habe er die Industrienacht in Zürich besucht, «dort waren die Busse gefüllt, das Interesse der Besucher gross». Nun hoffe er auch an der hiesigen Industrienacht auf etwa 1200 Besucher.

Am Anlass seien sowohl Nachwuchs- und Fachkräfte als auch Schüler und Jugendliche willkommen. Im Unterschied zur Berufsmesse «IB Live» in Solothurn und Grenchen richtet sich die Industrienacht aber nicht an Schulklassen und potenzielle Lehrlinge. «In erster Linie versuchen wir, Berufsschülern und bereits in der Branche Tätigen die Augen für attraktive Job- und Ausbildungsplätze zu öffnen», sagt Thomas Heimann. «Aber natürlich wollen wir niemanden von den Firmenbesuchen ausschliessen.»

Die Touren sind ab sofort hier buchbar.