«Einmal mehr habe ich die Einladung zur Vereinsversammlung (VV) des Braunviehzuchtvereins Solothurn gerne angenommen», sagte Regierungsrätin Esther Gassler zu den im Oensinger «Rössli» Versammelten. «So kann ich noch einmal schwelgen vom Züchterjahr 2013 mit dem Auftritt an der Olma.» Sicher sei es ein Hochgefühl gewesen, auf dem «heissen Pflaster» der Olma-Arena ein Tier vorführen zu können. Auch nicht einfach, bei der Rangierung an der Eliteschau den starken Braunviehzuchtkantonen die vorderen Plätze überlassen zu müssen. Wie bei einem Fussballmatch sollten die Entscheidungen des Schiedsrichters nicht angezweifelt oder gar ausgepfiffen werden. Aber sie wolle den Solothurnern ein tröstendes Wort zurufen: «Bei der Olma-Rangierung hat etwas viel Lokalpatriotismus mitgespielt!»

Die Regierungsrätin sprach auch über das teure, aber erfolgreiche BVD-Ausrottungsprogramm: «Wir sind in der Überwachungsphase; Ihre Milch wird regelmässig getestet, ohne dass Sie es merken. Die Kosten dafür trägt der Kanton.» Auch das überraschende Aufflackern der Tuberkulose tippte Esther Gassler an. Im Gegensatz zur West- und Ostschweiz habe der Kanton Solothurn glücklicherweise keine Fälle zu verzeichnen. Tiere, die Kontakt hatten mit betroffenen Betrieben, würden kontrolliert.

Verbindungsperson wird gesucht

Der letztes Jahr gewählte Präsident Beda Meier führte zügig durch seine erste VV. Verbindungsperson (früher Zuchtbuchführer) Andy Zuber (Kleinlützel), der das Amt seit 2009 betreute, trat zurück. Es konnte trotz grosser Anstrengungen des Vorstands kein Nachfolger, keine Nachfolgerin gefunden werden. So erklärte sich Beda Meier bereit, dieses Amt zu übernehmen. «Also vorläufig», wie er festhielt, «denn wir suchen weiter und freuen uns auf Interessenten.» Geschäftsführer Stefan Pfluger musste ein knappes Minus in der Kasse melden.

Plakette für Super-Milchkühe

15 Züchtern überreichte der Verein eine Plakette für ihre Kühe, welche die Schwelle von 70'000 Kilogramm Milch überschritten hatten. Eine Glocke und eine Auszeichnung von Braunvieh Schweiz erhielt Christian Borer für seine Eibe (Vater Engergy-ET), die seiner Familie in zwölf Laktationen über 100'000 Kilogramm Milch geschenkt hat. Lucas Casanova, Direktor und Mitglied des Geschäftsausschusses von Braunvieh Schweiz, gratulierte dem erfolgreichen Züchter.

Geehrt wurden mit einem Geschenk eine langjährige Milchwägerin und vier langjährige Milchwäger, die alle verhindert waren, an der VV teilzunehmen: Für zehn Jahre Brigitte Meister (Kestenholz), Andreas Hänggi (Nunningen) und Peter Heiniger (Welschenrohr), für 15 Jahre Hans Bühlmann (Schelten) und für 20 Jahre Ueli Stegmüller (Grindel).

Ex-Präsi gibt Milchproduktion auf

Toni Bucher (Stüsslingen), während vier Jahren Präsident des Braunviehzuchtvereins, teilte mit, dass er als Vorstandsmitglied von Braunvieh Schweiz demissioniere. Er gebe nämlich die Milchproduktion auf. «Ihr könnt mir glauben, dass dies kein einfacher Schritt ist für mich», erläuterte er, «aber keines von unseren Kindern interessiert sich für die Hofnachfolge.» So stelle er um auf Bioproduktion und halte in Zukunft Mutterkühe. Zum Abschied organisieren Buchers den beliebten diesjährigen Familienhöck.

Andreas Vögtli (Büren), Präsident des Solothurnischen Bauernverbands, appellierte an die Anwesenden, die Ernährungsinitiative des Schweizerischen Bauernverbands (SBV) zu unterstützen. Der Kanton Solothurn sollte gemäss einer Auflistung des SBV 6500 Unterschriften liefern.