Wiedlisbach

Ein Weihnachtshobby: Er sammelt Krippen aus der ganzen Welt

Der pensionierte Lehrer und Bergführer Arnold Heynen aus Wiedlisbach ist fasziniert von Krippen und besitzt sehr viele von ihnen.

Wussten Sie, dass es einen Schweizerischen Krippenverein gibt, mehrere sogar? Dass es einen europäischen Krippenverband und gar einen Welt-Krippenverband gibt? Dieser veranstaltet beispielsweise alle vier Jahre einen Weltkongress. Das alles und noch viel mehr über Krippen und das Krippensammeln weiss der pensionierte Wiedlisbacher Lehrer, Bergführer und ehemalige Gemeindepräsident Arnold Heynen (80).

Er selbst ist im Jahr 2000 zum Krippensammler geworden. Doch dem Zauber der Krippen ist er schon früher erlegen. Eigentlich hätten ihn Krippen und alles, was mit Weihnachten zu tun hat, schon immer begeistert, erzählt der gebürtige Walliser in seinem noch ganz eigenen Dialekt. Er ist in Ausserberg aufgewachsen und schon als Kind habe er miterlebt, wie sein Vater die Familienkrippe jedes Jahr erweiterte.

Transport auf Knien

2001 hat Heynen in Wiedlisbach eine grosse Krippenausstellung mit weiteren Sammlern organisiert. «Da habe ich schon gemerkt, dass wir im Bernischen sind», erinnert er sich lachend. «Die meisten Besucher kamen aus dem katholischen Kanton Solothurn.» Seit diesem Ereignis haben ihn die Krippen nicht mehr losgelassen und er begann zu sammeln. «Ich hatte schliesslich über 100 Krippen aus der ganzen Welt. Doch im letzten Jahr habe ich beschlossen, einige zu verkaufen», erzählt er. Die meisten Krippen habe er auf Expeditionen als Bergführer überall auf der Welt mitgenommen. So manche Krippenfigur habe er auf Knien im Flugzeug nach Hause transportiert. «Mit der Zeit bin ich den Krippen einfach so begegnet. Man entwickelt wohl als Sammler einen ganz speziellen Blick darauf.»

Krippen aus Glas oder Koralle

Überall auf der Welt sind die Krippen im Grunde gleich: Maria und Josef, das Jesuskind, die drei Heiligen Könige, Hirten, Esel und Rind, die Schafe. «Und doch sind sie immer wieder anders. Je nach Gegend werden auch andere Materialien verwendet.» Am meisten verbreitet sei Gips oder Pappmaché, erzählt Heynen. Und natürlich sind die Figuren in verschiedensten Holzarten bei ihm zu finden. Dann gibt es Krippenfiguren aus Koralle, aus Maisblättern, aus Glas.

Die Krippen stammen aus Mexiko, Ecuador, der Provence, Russland, Palästina und natürlich aus Deutschland. «Es ist schon so, dass Deutschland das Hauptherkunftsland für Krippen ist», weiss Heynen. Insbesondere Böhmen und die Stadt Gablonz waren für Krippen und auch Weihnachtsschmuck wichtig. Eine Schweizer Schwarzenberger Krippe besitzt der Wiedlisbacher natürlich auch. «Diese liebe ich ganz besonders, vor allem auch, weil die Schafe, die dazu gehören, eine Nichte von mir im Wallis herstellt.» Die meisten Krippen-Ställe haben ihm Freunde gezimmert, die Naturdekors wie Steine oder Moos hat Heynen selbst zusammengesucht. Ganz praktisch findet der Krippensammler auch die Schachtelkrippen oder Papierkrippen. Da muss man sich keine Gedanken ums richtige Aufstellen machen. Und: Sie nehmen nicht viel Platz weg und sind schnell weggeräumt. «Diese Papierkrippen finden nicht sehr viele Liebhaber», meint er.

Ein Haus voller Krippen

Heynens Krippen stehen überall im Haus: Im Eingangsbereich, auf der Treppe, am Wohnzimmerboden, auf Tischen und Kleinmöbeln, im Bücherregal. Überhaupt ist das Aufstellen der Krippenfiguren eine Sache für sich. «Ob Maria und Josef links oder rechts stehen, finde ich nicht so entscheidend. Wichtig ist aber, dass die Szenerie lebt. Dass die Hirten und die Könige ihrem Blick aufs Christkind lenken. Oder dass die Schafe in verschiedenen Gruppen in der Nähe der Krippe rasten.»

Für das Aufstellen aller Krippen benötigt Heynen zusammen mit seiner Frau Heidi gut drei Wochen. «Drei Wochen aufstellen und drei Wochen abbauen», sagt er knapp. Während des Jahres seien die Figuren, Ställe und anderen Utensilien alle fein säuberlich verpackt in Estrich und Keller untergebracht.
Nun möchte der Krippensammler sein Sammelgut etwas reduzieren und einige Krippen verkaufen. «Ich gebe sie zu günstigen Preisen ab. Wichtig ist mir, dass sie an einen Ort kommen, wo sie geschätzt werden und Freude machen.»

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