Kantonsrat

Ein Sitz sei nicht genug — «Sieben plus» müsse das Ziel für die Grünen sein

Brigit Wyss und Felix Wettstein verfolgen den Verlauf der kantonalen Wahlen 2017. Nächstes Jahr strebt man eine Vergrösserung der grünen Fraktion an.

Brigit Wyss und Felix Wettstein verfolgen den Verlauf der kantonalen Wahlen 2017. Nächstes Jahr strebt man eine Vergrösserung der grünen Fraktion an.

Die Partei will mit ihren Zugpferden Wyss und Wettstein den Ritt auf der Erfolgswelle im Wahljahr fortsetzen.

Kein Zweifel, die Solothurner Grünen sind im Hoch. Spätestens seit der Wahl von Brigit Wyss in den Regierungsrat geht es aufwärts. Und mit dem Einzug von Felix Wettstein in den Nationalrat hat das Hochgefühl seinen vorläufigen Peak erreicht. Nicht zu vergessen die Wahl von Daniel Urech zum Kantonsratspräsidenten.

Doch die Grünen haben noch nicht genug, wie Präsidentin Laura Gantenbein an der Mitgliederversammlung in Olten ausführte. Konkret: Wenn es im kommenden März zur Gesamterneuerungswahl von Kantonsrat und Regierungsrat geht, wollen die Grünen nahtlos an den jüngsten Wahlerfolgen anknüpfen.

Kaum überraschend, aber mehr oder weniger offizialisiert an der Versammlung: Die grüne Regierungsrätin und amtierende Frau Landammann Wyss wird den grünen Sitz in der Exekutive verteidigen. Deutlich zu spüren: Das Regieren macht der früheren Nationalrätin Spass. Und den will sie noch eine Weile haben. Dass sie dabei intensiv mit ihren Sachgeschäften befasst ist, ist das eine.

Das andere ist die Freude an der Begegnung mit den Menschen. Es sei berührend, zu welchen Begegnungen es im ganzen Kanton mit den Solothurnerinnen und Solothurnern komme. Sie hätte nicht erwartet, dass das Landammann-Amt mitunter solches bereit halte für sie. «Ich fühle mich extrem wohl», sagte Brigit Wyss.

So weit, so klar also die Ausgangslage für die Regierungsratswahlen. Und für die Kantonsratswahlen? Gantenbein meinte ohne Umschweife «Sieben plus» müsse das Ziel sein. Das heisst: Die derzeit siebenköpfige Fraktion brauche Zuwachs. Dass ein Sitz nicht genug wäre, sondern eher zwei oder drei drin liegen müssten – bloss zu erahnen war es. Fraktionspräsidentin Barbara Wyss Flück machte deutlich, dass die grüne Abordnung aus politischen ebenso wie aus thematischen Gründen grösser werden müsse.

Doch Überzeugung allein reicht nicht. Die Grünen wissen, dass die Mitgliederbasis gestärkt werden muss, um den Ritt auf der Erfolgswelle fortsetzen zu können. Und sie wissen auch, dass es Köpfe braucht – in den Gemeinden, ebenso wie im Kanton. Deshalb investieren sie im Jahr vor den Wahlen in die Werbung neuer Mitglieder. Und in die Bewirtschaftung weisser Flecken auf der grünen Landkarte – zum Beispiel im Thal-Gäu.

Tagespolitisch befassten sich die Grünen an der Mitgliederversammlung mit den Abstimmungsparolen für den 17. Mai. Die Verhältnisse lagen auch hier klar: Sowohl zur Kündigungsinitiative als auch zum Jagdgesetz und zur Steuerbonus-Vorlage beschlossen die Grünen die Nein-Parole.

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

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