Solothurner Wirtschaft
Ein Schlechtes Zeichen: AEK schüttet Sonderdividende von 75 Millionen Franken aus

Die Sonderdividende, welche die AEK dieses Jahr ausschüttet, ist für die Solothurner Wirtschaft kein gutes Zeichen. Denn die Ausschütung ist nur möglich weil Industrieprojekte, für welche Millionen beiseite gelegt wurden, bachab gingen.

Lucien Fluri
Drucken
Teilen
AEK-Direktor Walter Wirth, Verwaltungsratspräsident Pirmin Bischof und Thomas Huber, BereichsleiterFinanzen (v.l.)

AEK-Direktor Walter Wirth, Verwaltungsratspräsident Pirmin Bischof und Thomas Huber, BereichsleiterFinanzen (v.l.)

Hansjörg Sahli

Für den Solothurner Energieversorger AEK lief es 2013 gut: Der Gewinn stieg von 8,8 auf 10,7 Mio. Franken, der Umsatz ging nur leicht von 174,8 auf 173,5 Mio. Franken zurück. Diese Zahlen präsentierten AEK-Direktor Walter Wirth und Verwaltungsratspräsident Pirmin Bischof am Montag vor den Medien (wir berichteten).

Ein super Tag

Für die Aktionäre der vor 120 Jahren gegründeten «Gesellschaft des Aare- und Emmenkanals» hielten Wirth und Bischof gestern eine einmalig gute Nachricht parat: 2014 wird eine stattliche Sonderdividende von 75 Mio. Franken ausbezahlt – 12 500 Franken pro Aktie. Vom «Millionenbonus» profitieren insbesondere die in den letzten Jahren finanziell nicht auf Rosen gebetteten Hauptaktionäre, die Oltner Alpiq und die Bernischen Kraftwerke BKW, die je um die 39 Prozent der AEK-Aktien halten.

Ein schlechtes Zeichen

Für die Solothurner Wirtschaft ist die AEK-Sonderdividende allerdings keine gute Schlagzeile. Denn die AEK kann die 75 Mio. Franken nur ausbezahlen, weil die Solothurner Industriegrossprojekte, für die Millionen beiseitegelegt wurde, bachab gingen – wie das Holzverarbeitungszentrum auf dem Borregaard-Areal in Luterbach oder der geplante Ausbau der Energiezentrale in der inzwischen geschlossenen Papierfabrik Biberist.

Und neue, besonders energieintensive Industriebetriebe seien keine in Sicht, begründete Bischof die Ausschüttung der 75 Mio. und für die Investitionen, die ohne Grossindustrie nun nötig seien, brauche es so viel Eigenkapital nicht mehr. «Das Kapitalpolster ist für die mittelfristig absehbaren Investitionen zu hoch.»

Mit der Auszahlung der Sonderdividende sinkt das Eigenkapital der AEK von 225 auf 150 Mio. Franken, die Eigenkapitalquote sinkt auf 60 Prozent (heute 75) – und wird damit noch immer über dem Branchenschnitt liegen, wie die AEK betont. Auf die künftige Dividendenpolitik soll die Sonderausschüttung keine Auswirkungen haben.

Aktuelle Nachrichten