Burkina Nooma
Ein Schaf, ein Huhn und Bohnen für die Patin: Für Hilfsprojekt reiste eine Gruppe nach Burkina

Der humanitäre Verein BurkinaNooma aus Luterbach leistet seit zehn Jahren Hilfe in Westafrika. Während einer Reise nach Afrika besuchten Patinnen und Paten das Land.

Monika Kammermann
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Eindrücklicher Schulbesuch: 130 Kinder in einer Klasse.

Eindrücklicher Schulbesuch: 130 Kinder in einer Klasse.

Zur Verfügung gestellt

Jeder-Rappen-zählt. Und jeder Rappen soll jenen zugutekommen, die Hilfe brauchen. Dies ist das Motto des gemeinnützigen Vereins BurkinaNooma. Dieser wurde 2009 von der Luterbacherin Gabi Kologo-Höhle gegründet (wir berichteten), um das Kinder- und Waisenhaus St. Simone in Burkinas drittgrösster Stadt Koudougou zu unterstützen und eine Zusammenarbeit aufzubauen. Zum Jubiläum nach zehn Jahren organisierte Co-Präsidentin Gabi Kologo-Höhle kürzlich eine zehntägige Reise in das kleine westafrikanische Land, das unter anderen an Mali und die Elfenbeinküste grenzt.

Oft teilen sich drei Kinder ein Spitalbett

«Dies bot eine Gelegenheit, um unseren Paten und Patinnen sowie Interessierten das Land und natürlich auch unsere Arbeit vor Ort zu zeigen», erklärt sie. Im Zentrum des Besuchs standen die Treffen von Paten und Patenkindern. «Leider ereigneten sich kurz vorher Anschläge, weshalb Interessierte auf eine Teilnahme verzichteten», erzählt die Co-Präsidentin. Da sie selbst während neun Jahren dort lebte, kennt sie das Land sehr gut. Zudem sei Koudougou bisher verschont geblieben. Man habe sich den Umständen angepasst oder gewisse Ausflüge nicht unternommen. «Für die Reisegruppe mit fünf Personen mieteten wir einen Bus mit Fahrer und erstellten ein vielseitiges Programm», erläutert sie. Beim Besuch eines grösseren Regionalspitals zeigte sich, dass hier ganz andere Verhältnisse herrschen: Oft teilen sich drei Kinder ein Spitalbett. Die Patienten werden meist von einem Familienmitglied begleitet, das dann die Pflege übernimmt und für sich selbst dann häufig am Boden noch einen Schlafplatz findet. Das Personal ist lediglich für die medizinische Betreuung zuständig.

«Es war eindrücklich zu erleben, wie anders die afrikanische Denkweise ist. Ging die Gruppe davon aus, dass sie stören würden, freuten sich die Menschen sehr über unseren Besuch», weiss die Kennerin. Bei einem Besuch der Schule eines der Heim-Kinder habe der Direktor freudig jede Klasse, die jeweils 130 Schülern zählt, vorgestellt.

Besonders eindrücklich seien für die Besucher die Treffen mit den Patenkindern gewesen. «Die Paten waren vorher alle richtig nervös», erinnert sich Gabi Kologo-Höhle. Da die Philosophie von BurkinaNooma ist, die Kinder so bald wie möglich wieder in die Familie zu integrieren, leben einige Patenkinder gar nicht mehr im Kinderhaus, sondern bei ihren Angehörigen. Aboulh-Rahim, das Patenkind von Claudia Odermatt, lebt im Busch. In ihrem Gepäck hatte sie Fächer als Geschenke für Aboulh’s Familie dabei. Als sie dem Grossvater, dem Familienoberhaupt einen überreichte, freute er sich so darüber, dass er ihr zum Dank ein lebendes Schaf und Huhn sowie Bohnen und Erdnüsse schenkte.

Hinweis

Am 30. November präsentiert sich der Verein BurkinaNooma auf dem Solothurner Samstagsmarkt (zwischen den Manor-Eingängen).

Aktuell leben 45 Kinder im Kinderheim St. Simone und 35 bei ihren Familien oder nahen Verwandten, dort werden sie weiter unterstützt, so durch monatliche Essenspakete oder Schulgelder. «In den zehn Jahren haben wir viel erreicht, doch gibt es noch sehr viel zu tun», resümiert die Co-Präsidentin, da in Burkina alles etwas langsamer vorangehe.

Kürzlich wurde ein Projekt für Mikrokredite realisiert. Dieses ermögliche den Mitarbeiterinnen ein zinsfreies Darlehen, um einen Motorroller zu kaufen, was für die Frauen grosse Mobilität und auch ein Stück Freiheit bedeute. Als nächstes will Gabi Kologo-Höhle die Ausbildungsmöglichkeiten ausloten. «Aus meiner Sicht ist es sinnvoll, einen Beruf oder eine Tätigkeit zu erlernen, sodass man sich selber und seine Familie ernähren kann», blickt sie gespannt auf die nächsten zehn Jahre.