«Wir sind auf einem guten Weg», sagt Christian Bachmann, Leiter der Fachstelle Prävention des kantonalen Amtes für soziale Sicherheit (ASO). Auch der Kanton Solothurn muss nämlich den neu verabschiedeten Massnahmeplan zur Verstärkung der Suchtprävention umsetzen. Trotz positiver Ausgangslage sollten aber einige Massnahmen überprüft und erweitert werden.
Es gibt im gesamten Kanton zwei ambulante Suchthilfe-Institutionen – die Perspektive Solothurn-Grenchen und die Suchthilfe Ost GmbH.

Daneben existiert das Blaue Kreuz, das hauptsächlich im Bereich Jugendschutz tätig ist, und es sind mehrere stationäre Institutionen vorhanden. Die ambulanten Suchthilfe-Institutionen erbringen vertraglich definierte Leistungen im Bereich Prävention, Beratung und Schadensminderung. Der Kanton beaufsichtigt die unterschiedlichen Suchthilfeangebote. Durch einen Leistungskatalog werden die verschiedenen Arbeitsfelder der ambulanten Suchthilferegionen reglementiert. «Andere Kantone müssen in dieser Hinsicht mehr Arbeit leisten», erklärt Bachmann zufrieden.

Substanzübergreifende Arbeit

Die Empfehlungen des neuen Suchtpräventionsplanes seien insofern interessant, weil nicht einzelne Suchtformen isoliert betrachtet werden, wie Bachmann feststellt. «In Zukunft sollte substanzübergreifende Präventionsarbeit geleistet werden», sagt Bachmann. Ein solcher Ansatz sei äusserst vorteilhaft: Synergien können aufgedeckt und besser genutzt werden, zudem werde das Problem des Mischkonsums besser behandelt.

Der Kanton Solothurn habe diesbezüglich eine Vorbildfunktion: «Mit dem substanzübergreifend ausgerichteten Leistungskatalog der Suchthilferegionen und mit verschiedenen substanzunabhängigen Präventionsmassnahmen geht der Kanton bereits in diese Richtung», bestätigt Bachmann.

Dennoch werde in den nächsten zwei Jahren die Ausrichtung der Suchtprävention überprüft und verbessert. «Ziel ist, dass die neue, kantonale Suchtpräventionsstrategie spätestens Anfang 2019 vorliegt», unterstreicht Bachmann. Der Zeitpunkt für die Lancierung des neuen Präventionsplanes komme sehr gelegen: Viele Projekte wären sowieso auf 2017 ausgelaufen. Der neue Präventionsplan löst zudem die bisherigen nationalen Tabak- und Alkoholprogramme sowie das Massnahmepaket Drogen ab.

«Sucht» ist ein gemischtes Leistungsfeld: Verschiedene Akteure sehen sich in der Präventionsarbeit involviert. Die Zusammenarbeit sei ein zentraler Faktor, wie ASO-Mann Bachmann betont. Unter anderem im Rahmen von Projekten, Programmen und Gremien fände bereits eine enge Kooperation von verschiedenen Institutionen statt: beispielsweise die Fachkommission Prävention.

Diese Kommission sei ein interdisziplinär besetztes Fachgremium, welches das Departement beraten kann. Ein Paradebeispiel für das gute Zusammenwirken verschiedener Akteure sei die regelmässige Ausführung von Tabak- und Alkohol-Testkäufen, die von der Jugendpolizei, von den ambulanten Suchthilfe-Institutionen und vom Blauen Kreuz durchgeführt werden.

Zielgruppenspezifisch aktiv

Weiter sollen auch neue Präventionsansätze geprüft werden: «Zielgruppenspezifische Prävention kann sehr erfolgreich sein», erklärt Bachmann. Ein Beispiel dafür seien die Präventionseinsätze im Bereich «Nightlife», mit denen man in Basel, Bern und Zürich gute Erfahrungen gesammelt habe. Spezialisierte Präventionsteams, etwa «Eve&Rave» oder «rave it safe», sorgen direkt vor Ort an Events für Aufklärung, sie bieten den Feiernden mit Wasser und einer Rückzugsmöglichkeit Unterstützung an und führen mobile Substanzanalysen («Drug Checking») durch. Solche Angebote seien wichtig, um eine gezielte Sensibilisierungsarbeit zu leisten. Auch dies sei eine Form von Prävention.

Mit solchen Organisationen werde zurzeit noch nicht intensiv zusammengearbeitet. Auch werden zielgruppenspezifische Präventionsmassnahmen nicht speziell gefördert. Zudem seien für neuere Suchtformen, etwa Medikamenten- oder Internetabhängigkeit, kaum präventive Massnahmen vorhanden. Um in Zukunft etwas zu verändern, müsse der Kanton verschiedene Vorgehensweisen prüfen.