Museumstag

Ein Museum ist attraktiv, wenn es eine einzigartige Sammlung zeigt

Ein Bild der letztjährigen Museumstage im Museum Blumenstein.

Ein Bild der letztjährigen Museumstage im Museum Blumenstein.

Im Kanton Solothurn sind 27 Häuser am internationalen Museumstag dabei. Für Angela Kummer, Geschäftsleiterin des Museumsverbands, ist ein Museum attraktiv, wenn «etwas Einzigartiges, Spezielles» zu sehen ist.

Was bringt den Museen der jährliche Museumstag? Können Sie von Publikumszuwachs sprechen, seit es diesen Jahrestag gibt?

Angela Kummer: Das kann ich schwer beantworten. In der Regel ist es so, dass mehr Publikum wegen der jeweiligen Sonderausstellungen ins Museum geht. Doch die Tatsache, dass bei diesem Museumstag fast 30 unserer 51 Mitglieder mitmachen, zeigt, dass der Anlass als wichtig angesehen wird. Ich denke, der Tag ist auch für die Museumsverantwortlichen selbst sehr anregend, denn es entstehen immer wieder gemeinsame Projekte speziell am Museumstag, wie beispielsweise ein Wettbewerb oder die Lancierung eines Shuttlebusses.

Wie steht es eigentlich generell um die Museen im Kanton Solothurn? Gibt es Zuwachs oder eher eine abnehmende Tendenz?

Derzeit gibt es einige Firmenarchive, welche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten. Auch hatten wir ja in Lostorf erst kürzlich die Gründung eines neuen Dorfmuseums. Es gibt aber auch Sammlungen, die es schwer haben, weil man es vielleicht verpasst hat, moderne Strukturen aufzubauen und die Initianten älter geworden sind. Da ist dann der Musesol-Rat gefragt.

Was sagen Sie persönlich: Hat es zu viele oder zu wenige Solothurner Museen und ist das Angebot anregend oder langweilig?

Eine schwierige Frage für mich. Ich sage es mal so: Es gibt hier bestimmt genügend Museen. Der Kanton der Regionen veranschaulicht sich eben auch in der Museumslandschaft. Was die Attraktivität eines Hauses ausmacht, ist einfach: Es muss etwas Einzigartiges, Spezielles zu sehen sein.

Wie gehts dem Musesol, dem Museumsverbund im Kanton Solothurn, heute?

Wir können nach vier Jahren von einer sehr positiven Entwicklung sprechen. Heute sind 51 Museen im Kanton im Verbund integriert. Im vergangenen Jahr konnten wir vier neue Museen begrüssen.

Was ist Sinn und Zweck dieses Verbundes?

Es geht um die Vernetzung und das Kennenlernen aller, die sich kantonsweit in einem Museum engagieren. Noch vor wenigen Jahren kannte man sich oft gar nicht, war aber im gleichen Bereich tätig. Heute arbeiten viele Museen, auch die Kleineren, gerne miteinander. Erfahrungen werden ausgetauscht oder man organisiert Leihgaben für Ausstellungen bei andern Häusern. Ich finde, das ist eine sehr positive Entwicklung und es ist genau das, was wir mit der Gründung von Musesol anstrebten: keinen bürokratischen «Wasserkopf» zu bilden, sondern die Schaffung einer Plattform für ein unkompliziertes Vernetzen und Kennenlernen.

Bei der Gründung sprach man davon, dass Musesol kleineren Museen mit Fachwissen helfen könnte.

Das tun wir auch. Aber in erster Linie geht es immer um Hilfe zur Selbsthilfe für die Museen. Man muss daran denken, dass professionell und ehrenamtlich geführte Häuser ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben. Musesol hilft aber allen gemeinsam beispielsweise mit Flyern. Der Verbund kann einem Haus auch einen politischen Rückhalt bieten. Ich denke da beispielsweise an Olten.

Gibt es denn ein Projekt, das Musesol derzeit konkret für die kleineren Museen erarbeitet?

Wir sind momentan daran, eine gemeinsame Inventarisierungslösung anbieten zu können. Doch bei allen Aktivitäten von Musesol gilt: Alles geschieht auf freiwilliger Basis. Niemandem wird etwas aufgezwungen.

Existiert eigentlich auch eine schweizweite Zusammenarbeit unter den kleinen Museen?

Es gibt die Arbeitsgruppe regionale Schweizer Museumsverbände, bei der Musesol auch mitmacht. Und ich kann sagen: Wir sind einer der aktiveren Verbände in diesem Gremium.

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