Tour de Suisse

Ein kurzes Vergnügen: Tour de Suisse begeisterte hunderte Radsport-Fans

Die Route der fünften Etappe der Tour de Suisse führte quer durch den Kanton Solothurn. Viele Zuschauer erwarteten die Radfahrer. Zu sehen waren die Sportler zwar nur kurz, die Begeisterung bei den Zuschauern wurde dadurch aber nicht gebremst.

Miriam Kürsener aus Grenchen steht mit ihrer Familie schon gut eine Stunde vor der geplanten Durchfahrt am Strassenrand und wartet gespannt darauf, dass sich etwas tut im Kreisel vor dem Baseltor. «Wir verbinden unsere Kommissionen in der Stadt gleich mit dem Besuch des Events», erzählt Miriam. «Wir finden es spannend zu erleben, wie die Radprofis so nah an einem vorbeifahren». Auch Max Marti aus Zuchwil ist schon früh vor Ort. «Ich rechne damit, dass die Radfahrer aufgrund der Bise etwas früher als geplant eintreffen werden», erklärt er.

Vor Solothurn passierte die Tour de Suisse Grenchen

Vor Solothurn passierte die Tour de Suisse Grenchen

Langsam aber sicher verdichteten sich die Reihen an beiden Strassenseiten. Die meisten Leute besammeln sich jedoch nicht ohne Grund schon eine Stunde früher am Kreisel. Denn bevor das Feld durch den Kreisel rast, beglückt traditionellerweise eine Werbekolonne die Zuschauer mit den unterschiedlichsten Werbegeschenken.

Das Spektakel nimmt seinen Lauf: Als erstes Fahrzeug fährt ein Auto des Schweizer Fernsehens vorbei - per Lautsprecher wird die inzwischen stolze Menge durch zum Event begrüsst. Es folgen farbenfroh und kreativ gestaltete Automobile, deren Insassen kurzerhand am Strassenrand anhalten und die begehrten «Give-aways» verteilen.

Die Kinder erfreuen sich besonders an den Süssigkeiten und Glacen. Doch auch die Rätschen werden freudig entgegengenommen, um bald darauf die Rennfahrer eifrig anfeuern zu können. Was die Kinder beglückt, vermag allerdings nicht die Ohren aller übrigen Zaungäste zu erfreuen.

Nach dem langen Warten dann endlich der Höhepunkt: Die Spitze, bestehend aus drei Fahrern, rast vorbei. Drei Minuten später folgt das Feld. Stimmung pur. Und dann, nach Sekunden, ist alles vorbei. «Für das lange Warten ging alles sehr schnell», meint der junge Fabian Bader aus Deitingen. «Cool war es jedoch trotzdem!» Und wie sie entstand, löst sich die Menschenansammlung von der einen Minute auf die andere wieder auf.

Das Etappenziel in Büren

«Alles hat bis jetzt perfekt geklappt», meint ein sichtlich entspannter Hans Ulrich Habegger, Präsident des Organisationskomitees rund drei Stunden vor der Zieleinfahrt. Er habe ausgezeichnet geschlafen, nicht zuletzt, weil ein ausgezeichnetes OK hinter ihm stehe.

«Dienstagabend um etwa 12.30 Uhr sind die Medien- und Übertragungswagen angerollt. Heute Morgen mussten die Fernsehleute quasi nur noch den Stecker einstecken und den Wasserhahn aufdrehen.» Nur eine Sache mache ihm noch etwas Sorgen: Die Kurve beim UBS-Kreisel muss nach der ersten Durchfahrt umgebaut werden, weil die Fahrer nach der Zusatzschlaufe durch den Bucheggberg von der anderen Seite einbiegen. «Das könnte eng werden.»

Bevor die Cracks in Büren ankommen, messen sich 40 Jugendliche in einer Velo-Lauf-Stafette. Den Rundkurs absolvieren Philip Hug und Nils Ostheider mit deutlichem Abstand am Schnellsten und sichern sich den ersten Preis: ein Fahrrad. Nach und nach strömen immer mehr Menschen ins Zielgelände, man sichert sich einen guten Platz. Die ersten Fahrzeuge des Werbetrosses fahren vor, es werden Käppis, Glocken, Rätschen, Strohhüte und andere Giveaways verteilt.

Auf dem Grossmonitor neben dem Bahnhof verfolgen die Zuschauer das Rennen live. Dann geht es plötzlich schnell, die Nervosität bei den Helfern steigt schon brausen die ersten Motorräder und die Pw vorbei. Eine Dreiergruppe rattert übers Kopfsteinpflaster, sie werden später im Bucheggberg eingeholt. Ein Helikopter liefert schöne und werbewirksame Bilder vom Stedtli aus der Vogelperspektive in die Schweizer Wohnzimmer.

In den VIP-Bereichen werden Brötchen serviert, Cüpli getrunken, man kennt sich. Zwei Legenden des Radsports unterhalten sich, Tony Rominger und Fritz Bösch: es sei bedeutend professioneller geworden und besser organisiert. Früher habe der legendäre Renndirektor Sepp Vögeli die Fahrer noch angetrieben, das sei heute nicht mehr nötig. Die Fahrer absolvieren die Zusatzschlaufe durch den Bucheggberg in einem Höllentempo.

«Wenn das im UBS-Kreisel nur gut geht», hört man. Und prompt: Stürze auf beiden Seiten. Der gestrige Tagessieger Mark Cavendish fällt zurück. Das Publikum jubelt trotzdem, den Sprint entscheidet der Italiener Sacha Modolo für sich.

Nach den Siegerehrungen leert sich das Gelände rasch, der Abbau beginnt sogleich. OK-Präsident Hansueli Habegger ist zufrieden. Sogar Bundesrat Maurer war da und es habe ihm sehr gut gefallen, meint er. Auch Gemeindepräsidentin Claudia Witschi ist glücklich, Büren konnte sich von der besten Seite präsentieren.

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