Olten

Ein kleines bisschen Wehmut – und ganz viel Herzblut

Die heutige Kuratorin des Archäologischen Museums Kanton Solothurn, Karin Zuberbühler, im Gespräch mit ihrem «Vorgänger» Hans Brunner, der als Leiter des Historischen Museums Olten die archäologische Ausstellung von ihrer Eröffnung 1980 an bis 2001 geleitet hatte.

Die heutige Kuratorin des Archäologischen Museums Kanton Solothurn, Karin Zuberbühler, im Gespräch mit ihrem «Vorgänger» Hans Brunner, der als Leiter des Historischen Museums Olten die archäologische Ausstellung von ihrer Eröffnung 1980 an bis 2001 geleitet hatte.

An der Finissage der Dauerausstellung des Archäologischen Museums des Kantons Solothurn erhielt der frühere Museumsleiter Hans Brunner das Wort, der bei der Konzeption der Ausstellung vor über 30 Jahren dabei gewesen war.

Dass eine Ausstellung 34 Jahre lang «hält», ist selten. Noch aussergewöhnlicher, wenn an ihrem Ende ein Mann der ersten Stunde über die Anfänge berichten kann.

Karin Zuberbühler, die Kuratorin des Archäologischen Museums des Kantons Solothurn, nutzte diese Chance, als sie an der Finissage vom Sonntag den 78-jährigen Hans Brunner (Winznau) interviewte: Er hatte als Konservator des Historischen Museums Olten (1970 bis 2001) die Entstehung der archäologischen Ausstellung miterlebt und diese bis 2001 geleitet.

Dass die vorherigen archäologischen Sammlungen der Städte Olten und Solothurn zu einer kantonalen Sammlung in Olten zusammengeführt wurden, war alles andere als selbstverständlich. 1980 wurde sie im 3. Stock des Historischen Museums eröffnet.

Hugo Schneider, Lehrer für alte Sprachen an der Kantonsschule Olten, hatte von der Stadt den Auftrag erhalten, sich um die Ausstellung zu kümmern. Die Anfänge der Archäologie waren von Nebenamtlichkeit und leidenschaftlichem Freizeiteinsatz geprägt.

Ein Grossteil des Oltner Fundmaterials stammt von Theodor Schweizer (1893–1956), der beruflich Postbeamter war: «Er war ein Original, das einen ‹Riecher› für Fundstellen hatte und eigentlich einen Ehrendoktortitel verdient hätte», erinnert sich Brunner. Weitere wichtige Fundlieferanten waren der Arzt Martin Fey oder der Turnlehrer German Cartier.

Zu den Lieblingsstücken Hans Brunners in der Ausstellung gehören Steinzeitfunde aus der Däniker Studenweid, wo er selbst an der Grabung mitgewirkt hatte. «Ein bisschen Wehmut» empfinde er schon beim Ende der Archäologischen Ausstellung, bekannte er.

«Wehrt euch gegen Abbaupläne»

Dass Brunner auch die heutigen Oltner Museumsdiskussionen mit Herzblut verfolgt, zeigte sich im zweiten Teil des Gesprächs. «Ich habe mich damals heftig gewehrt gegen die Idee, alle drei Museen hier im Haus unterzubringen», berichtete er. Mit so wenig Platz würde sich Olten in die 3. Liga der Museumslandschaft verabschieden, ist Brunner überzeugt.

Solche Ideen kehrten heute wieder, und der ehemalige Konservator wünscht sich, dass die heutigen Verantwortlichen energisch dagegen kämpfen. Er empfahl, die finanzielle Durststrecke durchzustehen – «später wird die Stadt wieder Geld haben». Sein Traum wäre ein grosses neues Kulturzentrum mit Bibliothek und Museum in der Schützenmatt. «Wer nichts wagt, gewinnt nichts!», setzte Senior Brunner einen jugendlichen Gegenakzent zur aktuellen Spar- und Abbaudiskussion.

Politiker zeigen Interesse an der Archäologie

Zum Finale der Finissage erwiesen Regierungsrat Roland Fürst als politischer Schirmherr der Kantonsarchäologie und Oltens Stadtpräsident Martin Wey als «Hausherr» des Museums der Archäologieausstellung die Ehre.

«Der Standort Olten ist für das Archäologische Museum des Kantons Solothurn attraktiv: dank der Zusammenarbeit mit den drei Oltner Museen und dank der guten Erreichbarkeit», sagte der kantonale Baudirektor Roland Fürst, zu dessen Departement die Kantonsarchäologie gehört. Die vorübergehende Schliessung der Ausstellung sei unschön, aber auch eine Chance.

Der Kanton finanziert die Neugestaltung mit 210 000 Franken aus dem Lotteriefonds und mit personellen Ressourcen.

Stadtpräsident Martin Wey antwortete Hans Brunners Wünschen indirekt: «Es braucht alles Mehrheiten.» Auch der Museumsstandort in der Innenstadt habe seine Vorteile. Übereinstimmend hielten Fürst und Wey fest: «Heute ist keine Beerdigung, sondern ein Startpunkt.»

Denn im Frühjahr 2015 wird das Archäologische Museum mit einer lebendigen Ausstellung am gleichen Standort neu eröffnet, wie Karin Zuberbühler versprach.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1