Verkehrsstatistik 2019

Ein gutes Zeichen: weniger Schwerverletzte und Tote bei Verkehrsunfällen

Im Jahr 2019 sank die Anzahl Toter bei Verkehrsunfällen.

Im Jahr 2019 sank die Anzahl Toter bei Verkehrsunfällen.

Die Verkehrsstatistik 2019 des Kantons Solothurn zeigt: Obwohl die Zahl der polizeilich rapportierten Verkehrsunfälle gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist, ging die Anzahl verletzter Personen leicht, und diejenige der Schwerverletzten sogar stark zurück. Die Zahl der Verkehrstoten erreicht mit zwei Personen ein Rekordtief.

Wer will, kann aus der Statistik primär Negatives herauslesen: Die Zahl der polizeilich rapportierten Verkehrsunfälle erhöhte sich im letzten Jahr um 160 auf total 1450 (2018: 1290), was einer Zunahme von über 12 Prozent entspricht. Ebenfalls nahmen sowohl die Unfälle mit Sachschaden von 709 auf 833 (+17,5 Prozent) wie auch jene mit Personenschaden von 581 auf 617 (+6,2 Prozent) zu.

Die Zahlen zeigen aber auch Positives: Letztes Jahr mussten «nur» 2 (9) Verkehrstote registriert werden, womit nach Angaben der Polizei «ein historischer Tiefstwert erreicht» wurde. Kommt dazu, dass trotz der genannten Zunahme der Unfälle die Anzahl der verletzen Personen mit total 765 (2018: 770) leicht zurückgegangen ist.

Bemerkenswert ist dabei eine Umverteilung bei der Schwere der Verletzungen. So reduzierte sich 2019 die Anzahl der «erheblich Verletzten» um 32 Personen –  jene der «leicht Verletzten» nahm hingegen um 34 Personen zu. Eine Zunahme musste im Bereich der Unfälle mit Fussgängern verzeichnet werden. Wurden 2018 noch 65 Personen verletzt, waren es 2019 deren 80 (+23 Prozent).

«Klassische Fahrfehler» als Hauptursache

Stark angestiegen sind die Verkehrsunfälle im Innerortsbereich: von 831 auf 954 (+15 Prozent): Im Ausserortsbereich ist die Zahl mit 264 (254) nur leicht angestiegen, auf der Autobahn kam es mit 224 (205) ebenfalls zu mehr Ereignissen.

«Klassische Fahrfehler» waren 2019 die häufigste Unfallursache (zu nahes Aufschliessen, ungenügendes Rechtsfahren, unvorsichtige Fahrstreifenwechsel, unvorsichtiges Rückwärtsfahren). In letztgenannter Sparte kam es gar zu einer Verdoppelung. Auf Platz zwei liegt das Missachten des Vortrittsrechts und auf Platz drei die mangelhafte Bedienung des Fahrzeuges. Unaufmerksamkeit/Ablenkung hat sich vom dritten auf den vierten Platz verschoben.

Die häufigsten Unfalltypen Innerorts sind der Einbiege- und der Schleuder-/Selbstunfall, während Letzterer im Ausserortsbereich unverändert dominierend ist. Auf der Autobahn ist der klassische Auffahrunfall der häufigste Unfalltyp.

Um 7 Prozent nahmen die Verkehrsunfälle mit Hauptursache «Alkohol» zu; auch dabei wurden mehr Personen (+24 Prozent) verletzt. Leicht rückläufig ist mit 302 (-11) Fällen die Anzahl der Unfälle unter Drogen- und/oder Medikamenteneinfluss.

Mehr E-Bike-Unfälle: Polizei will Prävention verstärken

Im letzten Jahr führte die Polizei insgesamt 1519 Geschwindigkeitskontrollen durch (2018: 1481), der grösste Teil davon innerorts. Mit mobilen Anlagen wurden insgesamt 1826428 Fahrzeuge gemessen (1784913) von denen 122230 zu schnell fuhren (121548). Die durchschnittliche Übertretungsquote lag mit 6,7 Prozent (6,8 Prozent) im ähnlichen Bereich wie im Vorjahr. Die semistationären Anlagen kamen 88 Mal zum Einsatz (101) und stellten 70498 Übertretungen fest (92717). Von den beiden zur Verfügung stehenden Anlagen wird in der Regel eine innerorts eingesetzt, die andere vor allem entlang den Autobahnen. Die Übertretungsquote reduzierte sich auf unter 1 Prozent (1,3 Prozent). In nur 3 (Vorjahr: 12) Fällen erfüllten die Geschwindigkeitsübertretungen den Raser-Tatbestand.

Die seit 2017 festgestellte Zunahme der Verkehrsunfälle mit E-Bikes setzte sich 2019 fort: Von 38 auf 46 Unfälle, wobei sich 9 Personen schwere Verletzungen zugezogen haben. Bei jedem dritten Unfall war der E-Bike-Lenkende der Hauptverursacher. In 15 Fällen trug die verletzte Person keinen Helm. «Die Kantonspolizei wird rund um die E-Bike- Thematik die Präventionsmassnahmen in Zukunft verstärken», wird dazu Handlungsbedarf vermerkt. (mgt)

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