Die Regeln sind klar: Bier, Wein und Tabak ab 16, Schnaps und Alcopops ab 18. Das sagt der Jugendschutz. Trotzdem gab es auch im letzten Jahr Betriebe im Kanton Solothurn, die unrechtmässig Alkohol und Tabakwaren an Jugendliche verkauft haben. Das zeigen die Testkäufe von Jugendpolizei und Suchthilfe. 320 Verkaufsstellen wurden getestet. Rund ein Fünftel hielt sich dabei nicht an den Jugendschutz. Die Testkäufe fanden in Gastrobetrieben, im Detailhandel und an Veranstaltungen statt.

In zwei Drittel der Betriebe, die unrechtmässig Alkohol und Tabak verkauften, seien keine Alterskontrollen durchgeführt worden. In den anderen gab es zwar Kontrollen – verkauft wurde die verbotene Ware aber trotzdem. «Als Grund für den Verkauf trotz Kontrolle werden Rechenfehler, Zeitdruck und Unsicherheiten in der Kommunikation vermutet», heisst es in der Mitteilung dazu.

Neun Anzeigen erstattet

47 der Testkäufe wurden durch die Jugendpolizei getätigt, wie deren Dienstchef Marcel Dubach auf Anfrage erklärt. In neun Fällen wurde Anzeige erstattet. Ein Vergleich zu den Vorjahren sei schwierig, so Dubach, da manchmal etwa nur Bier gekauft werde, oder die Testpersonen teils deutlich älter oder jünger aussehen. Grundsätzlich sei es in den letzten fünf Jahren aber jeweils in 20-30 Prozent der getesteten Verkaufsstellen zu einer Anzeige gekommen. Dabei haften nicht nur die Verkäufer. Auch die Vorgesetzten können sich strafbar machen, wenn sie ihre Mitarbeiter nicht genügend über den Jugendschutz informieren.

Rechtliche Konsequenzen haben nur die Testkäufe der Jugendpolizei. Bei den Käufen der Suchthilfen steht die Prävention im Vordergrund. So wollen die Beteiligten mit den Testkäufen etwa auf die Schulungen der Suchthilfen und des Blauen Kreuzes für Verkaufs- und Barpersonal sowie deren Vorgesetzten aufmerksam machen. (SKS)

Die Suchthilfeinstitutionen und das Blaue Kreuz Solothurn bieten im Auftrag des Amtes für soziale Sicherheit Schulungen für Betriebe und Veranstalter an. Auf der kantonalen Jugendschutz-Webseite sind Informationen zu den Jugendschutzbestimmungen und präventiven Angeboten (inkl. Materialbestellungen) abrufbar.