Die Suchthilfe Ost GmbH hat einen neuen Geschäftsleiter: Der 54-jährige Reno Sami (Basel) hat die Nachfolge von Eric Misteli angetreten. Im April und Mai wird Misteli seinen Nachfolger einarbeiten.

Der Solothurner Eric Misteli (58) war Anfang 2000 zur damaligen Suchthilfe Olten gestossen. Im Frühling 2002 übernahm er die Geschäftsleitung. Nun legten ihm gesundheitliche Gründe nahe, seine Belastung zu reduzieren. «Die Verantwortung trägt man während 24 Stunden und an sieben Tagen pro Woche, auch in den Ferien kann man sie nicht einfach abgeben», hält er fest. «Es ist schön aufzuhören, wenn man noch rundum Anerkennung bekommt.» Misteli hat vor, sich in der Baubranche selbstständig zu machen.

Mit Reno Sami hat sich der Regionalverein Olten-Gösgen-Gäu – alleiniger Gesellschafter der Suchthilfe Ost GmbH – für einen externen Bewerber als neuen Geschäftsleiter entschieden. In den letzten fünf Jahren war Sami verantwortlich für Politik, Kommunikation und Kampagnen beim Fachverband Sucht in Zürich, dem Zusammenschluss von rund 200 Deutschschweizer Suchthilfe-Institutionen. Ursprünglich hat er an der Hochschule Luzern visuelle Kommunikation studiert, später gestaltete er Ausstellungen für das Stapferhaus Lenzburg und und leitete ein Beschäftigungsprojekt für arbeitslose Jugendliche.

Offene Drogenszene ist kein Thema mehr

«Die Suchthilfe Ost habe ich als sehr gut geführte Institution wahrgenommen, für die Arbeit von Eric Misteli habe ich grossen Respekt», sagt Reno Sami. Die Aufteilung auf die Perspektive Solothurn-Grenchen für den oberen Kantonsteil und die Suchthilfe Ost für den unteren Kantonsteil und Dorneck-Thierstein sei eine gute Lösung: «Wenig Doppelspurigkeiten, benutzerfreundlich und gut für die Gemeinden». So könnten sich beide Organisationen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren – Prävention, Beratung, Betreuung und Beschäftigung für Suchtkranke.

Heute zählt die Suchthilfe Ost 37 Mitarbeitende, die sich 26 Vollzeitstellen teilen. Präsent ist sie an den Standorten Olten (Aarburgerstrasse und Salzhüsliweg), Balsthal, Breitenbach, Büsserach und Dornach. In der elfjährigen Ära Misteli hat sie sich stark verändert. «Am Anfang war die offene Szene in der Rötzmatt fast täglich Thema in den Medien», erinnert sich der scheidende Geschäftsleiter. Heute werde nur noch über Präventionsprojekte berichtet. Und: «Alle unsere Klienten wohnen – das ‹Gassenleben›, das vor zehn Jahren noch verbreitet war, ging stark zurück.»

2009 kamen Dorneck und Thierstein als Einsatzgebiet hinzu. Seit Anfang 2012 ist die Suchthilfe Ost als GmbH im Besitz der Gemeinden strukturiert. Auch finanziell könne er seinem Nachfolger «ein gesundes Geschäft» übergeben, sagt Misteli. Reno Samis «Regierungsprogramm»: «Ich möchte die gute Arbeit weiterführen.»