Es gibt keine Schilder, die auf etwas Ungewöhnliches hinweisen. Doch die Zelte auf dem Areal der Schulanlage Bruggweg in Dornach verraten, dass dies kein gewöhnlicher Samstag ist. Und tatsächlich: Kaum hat man das Gelände betreten, erblickt man ein Polizeifahrzeug, einen Kastenwagen und zahlreiche Frauen und Männer in Uniform.

Dieser Polizeieinsatz ist allerdings kein Gewöhnlicher, sondern die diesjährige Ausgabe des «Alibi», wie der Publikumstag der Kantonspolizei Solothurn heisst. «Wir brauchen die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und dieser Anlass ist eine sympathische Art zu zeigen, dass Polizistinnen und Polizisten Leute zum Anfassen sind. Beim ‹Alibi ’17› kann man prima miteinander ins Gespräch kommen», erklärt Sprecher Andreas Mock.

Als Verbrecher auf dem Rücksitz

Doch Reden ist in diesem Fall nur Silber, Anfassen und Ausprobieren dagegen Gold. Viele Besucher sind Familien mit Kindern und für den Nachwuchs ist es ein tolles Erlebnis, sich einmal ans Steuer eines Polizeiautos zu setzen und kurz die Sirene einzuschalten. Oder auf der Rückbank wie ein «richtiger Verbrecher» eingesperrt zu werden, während die Mamis und Papis das Ganze auf ihren Smartphones festhalten.

«Am tollsten fand ich das Polizeimikrofon», sagt Luca Schneider. Der Achtjährige aus Himmelried gesteht, «dass ich am Anfang ein bisschen erschrocken bin, denn das Mikrofon ist sehr laut». Der gleich alte Angelo Zwahlen ist dagegen fasziniert von Schutzweste und Helm. «Das Zeug ist sicher 70 bis 80 Kilo schwer», schätzt der Laufner und betont stolz: «Ich konnte trotzdem noch aufrecht stehen, als ich es anhatte!»

Regelmässig führt die Polizei auf dem Aussengelände Vorführungen durch. Die Polizeihunde im Einsatz zu sehen oder Zeuge zu werden, wie zwei Fahrzeuge nach kurzer Verfolgung ein verdächtiges Auto anhalten und den Insassen stellen, ist faszinierend. Selbstredend werden auch hier die Mobiltelefone gezückt.

In der Turnhalle kann man derweil weitere interessante Aspekte der Polizeiarbeit begutachten und selbst ausprobieren: Fussabdrücke giessen, Fingerabdrücke in Echtzeit abgleichen und Phantombilder erstellen. «Wie bei C.S.I.», entfährt es einem Besucher. Ebenfalls hoch im Kurs sind Erinnerungsfotos – sogenannte Polfies – mit dem fast zwei Meter grossen Polibär aus Plüsch – nicht nur bei Kids, auch Polizistinnen und Polizisten posieren in einer freien Minute mit ihrem flauschigen Kollegen.

Begegnungen auf Augenhöhe

Im Gegensatz zum «Alibi ’16», das im Vorjahr in Olten stattfand, sind in Dornach auch das Grenzwachkorps (GWK) und die Polizei Baselland auf Platz. «Die Zusammenarbeit mit ihnen findet im täglichen Rahmen statt und ist sehr eng», sagt Andreas Mock. Korporal Benjamin Adams vom GWK Basel Süd hat jedenfalls Spass daran, seine Abteilung zu repräsentieren. «Es war schön, eingeladen zu werden», findet er und erklärt am GWK-Stand den faszinierten Leuten Nachtsicht- und Dokumentenprüfgerät. «Im Alltag komme ich eher selten dazu», lacht er.

Überhaupt fällt auf, wie gut die Frauen und Männer in Uniform am «Alibi ’17» mit der Bevölkerung interagieren. Man begegnet sich auf Augenhöhe, eine Distanz ist nicht auszumachen, was definitiv im Sinne der Polizei ist.