Wahlen 2017
Ein eigener Regierungsratskandidat für die Solothurner Grünen?

Mischen die Grünen die Solothurner Regierungsratswahlen auf? Die kleinste Fraktion im Kantonsrat überlegt sich ernsthaft, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken.

Lucien Fluri
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Felix Wettstein, Oltner Kantonsrat und Kantonalparteipräsident

Felix Wettstein, Oltner Kantonsrat und Kantonalparteipräsident

Hanspeter Bärtschi

Jetzt kommt vielleicht doch noch etwas Bewegung in die Solothurner Regierungsratswahlen, die sich mit bisher sechs Kandidaturen für fünf Sitze eher zum Einmarsch als zur Ausmarchung zu entwickeln drohten.

Der Vorstand der Grünen favorisiert eine eigene Kandidatur, wie Parteipräsident Felix Wettstein auf Anfrage dieser Zeitung sagt. Doch noch sind die Würfel nicht gefallen: Am Donnerstagabend treffen sich die Parteimitglieder in Solothurn, um definitiv zu entscheiden, ob die Partei antritt oder nicht.

Zwar tendiere die Stimmung im Parteivorstand «recht deutlich zugunsten einer Kandidatur», erklärt Wettsein. Doch es gebe auch Bedenken. Und diese seien nicht zuletzt finanzieller Natur. «Wir haben im Unterschied zu anderen Parteien keine institutionellen Gönner oder Firmen, die uns unterstützen.»

Zwar geben die Kantonsräte fünf Prozent ihrer Amtsentschädigung ab, Amtsträger wie Nationalräte, bei denen die Mandatsabgaben einschenken, haben die Grünen aber nicht.

Für eine eigene Kandidatur spricht andererseits, dass diese Zugpferd für die Kantonsratswahlen sein könnte. Man wolle die Chancen einer eigenen Kandidatur nicht überschätzen, aber «sie liegen auch nicht ganz bei null», so Wettstein.

Bei Wahlen um Exekutivämter in anderen Kantonen hätten die Grünen immer wieder Wähler über die Parteigrenzen hinaus ansprechen können. Seit sich die SP entschieden hat, nur mit einer Einerkandidatur anzutreten, dürften die Chancen der Grünen jedenfalls nicht kleiner geworden sein.

Eine Kandidatur, so Wettsein, solle aber nicht nur Wahllokomotive für die Kantonsratswahlen sein, sondern auch «eine längerfristige Investition». Man will zeigen, dass man sich das Amt auch zutraut.

«Die Chancen einer grünen Regierungsratskandidatur liegen auch nicht ganz bei Null.»

Felix Wettstein, Oltner Kantonsrat und Kantonalparteipräsident

Noch kein Kandidatenname bekannt

Wen die Grünen allenfalls ins Rennen schicken, ist noch nicht bekannt. Erst wenn die Parteiversammlung einer Kandidatur zustimmt, würden die Amteiparteien aufgefordert, Nominationen einzureichen, so Parteipräsident Wettstein.

Ob er selbst Ambitionen hegt, lässt der Oltner Kantonsrat derzeit offen. «Natürlich laufen Gespräche», sagt Wettstein zu allfälligen Kandidatennamen. «Aber noch nicht alle denkbaren Kandidaten sind angesprochen worden.»

Die Grünen würden das bisher schmale Kandidatenfeld noch etwas erweitern: Derzeit stehen erst fünf Anwärter für fünf Sitze fest. Die CVP wird mit ihren beiden Bisherigen, Roland Fürst und Roland Heim, antreten. Bei der SVP will Kantonsrat Manfred Küng den Sitz holen.

Und die FDP tritt neben Bildungsdirektor Remo Ankli mit Kantonsrätin Marianne Meister an. Eine sechste Kandidatur wird die SP ins Rennen schicken. Die Partei hat erst entschieden, dass sie nur mit einer Einerkandidatur antreten will. Wer die Nachfolge des abtretenden Peter Gomm antreten soll, ist noch nicht beschlossen. Um den Platz bewerben sich der Gerlafinger Nationalrat Philipp Hadorn und die Oltner Kantonsrätin Susanne Schaffner.

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