«Wir haben keine Pellets mehr», so antwortete kürzlich ein Mitarbeiter der Landi in Wangen auf die Frage nach dem alternativen Brennstoff. Sind Pellets-Produzenten wegen des sturen Winters überfordert? «Der Beschaffungsmarkt ist aufgrund der aktuellen Wetterlage angespannt», heisst es seitens des Landi-Sprechers Urs Moll. Ab Montag sollten aber, laut Moll, alle Filialen wieder bedient sein. «Niemand hätte diesen langen Winter voraussehen können», ergänzt er.

Spüren nichts von der angespannten Lage

Im Gegensatz dazu scheint der Produzent AEK Pellets AG von der angespannten Lage nichts zu spüren. Nach Geschäftsführer Bruno Jordi konnte und kann der normale Sechstage- und Dreischichtbetrieb in Balsthal die grosse Nachfrage trotz des langen Winters gut abdecken. Momentan werde nicht nur für den aktuellen Bedarf, sondern sogar auch schon für das Lager produziert. Mit den jährlich rund 60 000 Tonnen produzierten Pellets, mit welchen das Tochterunternehmen der Solothurner AEK Energie etwa 12 000 Einfamilienhäuser mit Wärme versorgt, gehört es zu den grössten Pellets-Produzenten der Schweiz. Treue Abnehmer sind dabei auch Migros und Coop, die laut Jordi «immer genug Pellets haben sollten».

Ein rein Schweizerisches Produkt?

«Preislich können wir mit den deutschen Billigproduktionen nicht mithalten», so Jordi. Der rekordtiefe Euro-Wechselkurs Ende 2011 zwang den Schweizer Produzenten eine Zeit lang auch zu Kurzarbeit. Mittlerweile scheint dies aber kein Thema mehr zu sein. Das billige Konkurrenzprodukt hingegen schon. Wie bleibt denn AEK Pellets AG konkurrenzfähig? Der Geschäftsleiter Jordi betont bei dieser Frage die hohe Qualität, durch welche sich die AEK-Pellets auszeichnen. Sie haben beispielsweise einen höheren Brennwert im Vergleich zu herkömmlichen Pellets, produzieren weniger Staub und verbrennen mit weniger Rückstand. Zudem enthalten sie keine Rinde. «Wenn der Kunde mal AEK-Pellets probiert hat, kommt er immer wieder zurück», so Jordi über die gemachten Erfahrungen.

Handelt es sich eigentlich bei den AEK-Pellets wirklich um rein Schweizer Qualität? «Ja», versichert Jordi – «mehrheitlich», präzisiert er. Nur ein kleiner Teil der Rohstoffe, das heisst Sägemehl und Holzspäne, stamme «aus dem französischen Jura und aus dem Schwarzwaldgebiet».

Es hat genug Rohstoffe in der Schweiz

Landi Schweiz AG hingegen bezieht laut Pressesprecher Moll gute 30 Prozent der Pellets aus dem süddeutschen Raum. «Die Rohstoffe sind in der Schweiz nicht ausreichend», behauptet der Landi-Sprecher und ergänzt, dass er zudem eine bestimmte Preispolitik zu befolgen habe.

Nach Martina Caminada von der Interessengemeinschaft proPellets Schweiz sind in der Schweiz genügend Rohstoffe vorhanden. Auch bei der Produktion sei die volle Kapazität im Inland noch nicht vollständig ausgeschöpft. «Aus diesem Grund werden viele Pelletswerke auch weiter ausgebaut», erklärt Caminada.

Pellets-Markt wächst jährlich um 10 Prozent

Allgemein ist in der Schweiz der Trend der Pellets-Nachfrage steigend, und der Pellets-Markt wächst auch jährlich durchschnittlich um 10 Prozent, bestätigt Martina Caminada. Die grössten Verbraucher seien dabei die privaten Haushalte. Dennoch ist der Marktanteil der Pellets «nach wie vor bescheiden», heisst es im Rückblick der Fachzeitschrift «Holzkurier» über die 10. Europäische Pellets-Konferenz vom Februar. Als grosser Konkurrent der Pellets, abgesehen von Öl und Gas, gilt nach dem Bericht, aber auch nach dem Geschäftsführer der AEK Pellets AG, die Wärmepumpe, welche vor allem bei Neubauten beliebt ist. «Doch diese verbraucht dafür Strom», so Jordi. Bei der Preisfrage ist zu beobachten, dass sich der Preis der Pellets im Gegensatz zum Heizöl relativ konstant verhält und mittlerweile auffällig tiefer ist als die Preise für fossile Brennstoffe.