Urteil

Eifersüchtiger Freund wird zu 43 Monaten Gefängnis verurteilt

Der Mann hatte auf die Eingangstür geschossen (Symbolbild)

Der Mann hatte auf die Eingangstür geschossen (Symbolbild)

Der Dominikaner, der vor einem Jahr auf die abgeschlossene Wohnungstür seiner Freundin schoss, um sich Zutritt zu verschaffen, ist vom Amtsgericht Solothurn-Lebern zu 42 Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre wegen versuchter vorsätzlicher Tötung gefordert, da der Beschuldigte gewusst habe, dass sich seine Freundin sowie deren Liebhaber in der Wohnung aufhielten.

Das Amtsgericht Solothurn-Lebern unter Vorsitz von Statthalter Claude Schibli befand den 30-Jährigen jedoch der mehrfachen Gefährdung des Lebens für schuldig. «Es lässt sich nicht klar ermitteln, in welcher Reihenfolge sich die Ereignisse abgespielt haben», begründete Schibli.

Insbesondere sei nicht klar, ob die Opfer vor oder nach den Schüssen angekündigt hatten, an die Tür zu kommen. «Es ist nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte wusste, wo genau sich die beiden in der Wohnung befanden.»

So habe er zwar die Schaffung einer unmittelbaren Lebensgefahr in Kauf genommen – es sei nur dem Glück zu verdanken, dass niemand verletzt wurde. Aber entscheidend sei die Frage, so Schibli, ob der Schütze die Möglichkeit einer tödlichen Verletzung hoch genug eingestuft habe, dass er bewusst den Tod in Kauf nahm. Dies sei nicht erstellt.

Zusätzlich zu der Gefährdung des Lebens wurde der Beschuldigte wegen einer Reihe weiterer Delikte wie Köperverletzung und Sachbeschädigung verurteilt. Zwölf der 42 Monate hat er bereits in Untersuchungs- und Sicherheitshaft abgesessen.

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