Abschied
Ehemaliger OT-Fotograf «Äschbi» ist überraschend verstorben

Der langjährige Fotograf des Oltner Tagblattes Hansruedi Aeschbacher ist beim Mountainbikefahren verstorben.

Beat Nützi
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Hansruedi Aeschbacher

Hansruedi Aeschbacher

Bruno Kissling

Die OT-Redaktion trauert. Ihr langjähriger Fotograf Hansruedi Aeschbacher erlag bei der Ausübung seines geliebten Hobbys, dem Mountainbikefahren, einem Herzschlag.

Es ist noch nicht drei Jahre her, seit er nach 38-jähriger Tätigkeit beim OT voller Tatendrang in Pension gegangen ist. Und er blieb bis zuletzt mit dem OT verbunden, half hin und wieder aus, wenn im Fotobereich, etwa bei Spielen des EHC Olten, Not am Mann war.

In den Dienst des OT trat der damals 27-Jährige 1978. Der gelernte Offsetdrucker war zuerst als freier Fotograf an Abenden und an Wochenenden im Einsatz, bevor er hauptberuflich die Nachfolge des legendären Sepp Frey antreten konnte. «Äschbi», wie er in der Redaktion und von seinen Freunden liebevoll genannt wurde, hat als Fotograf unzählige Veranstaltungen besucht und für das OT mit der Kamera festgehalten.

Er hat mit seinen Fotos jahrzehntelang massgeblich mitgeholfen, das OT zum Spiegelbild der Region zu machen. Er war in Sportstadien und an Kulturanlässen ebenso präsent wie an Politveranstaltungen oder bei Unglücksfällen, Verbrechen und Katastrophen. Darüber hinaus stellte Hansruedi Aeschbacher mit hervorragenden Bildreportagen immer wieder seine Kreativität und sein handwerkliches Können als Fotograf unter Beweis.

Zahlreiche begeisterte Feedbacks haben immer wieder gezeigt, wie geschätzt seine Arbeit bei der Leserschaft war. Deshalb war das Kürzel «ae.», das auch in Zukunft bei Archivbildern noch an ihn erinnern wird, ein wertvolles Markenzeichen für das OT und alle AZ-Blätter.

«ae.» war nie ein Paparazzo, der sich auf dem Buckel Dritter und deren Schicksal zu profilieren versuchte. Er war leidenschaftlicher Fotograf, der seine Kamera für und nicht gegen die Menschen einsetzte. Sein von hoher Sensibilität geprägtes berufliches Ethos galt nicht nur bezüglich technischer Qualität, sondern in nicht geringerem Masse auch hinsichtlich Inhalt seiner Fotos. Er handelte jederzeit aus Pietät und Respekt, mit Feingefühl. Als «Waffe» verwendete «ae.» die Kamera nur, wenn es darum ging, Missstände aufzudecken, Licht ins Dunkel zu bringen.

Kein Wunder, wurde dieses vorbildliche Schaffen auch ausgezeichnet. So erhielt «Äschbi» 2011 den Medienpreis Aargau-Solothurn in der Kategorie Fotografie verliehen, nachdem er bereits 1980 vom Verband der Schweizer Sportjournalisten als Sportfotograf des Jahres ausgezeichnet worden war. Und vor rund acht Jahren wurde Hansruedi Aeschbacher als Mitglied ins Kuratorium für Kulturförderung des Kantons Solothurn (Fachkommission Foto und Film) berufen. Da kann man nur sagen: Ehre, wem Ehre gebührt – über den Tod hinaus.

Auf der OT-Redaktion haben wir «Äschbi» nicht nur seiner fachlichen Qualitäten und seiner Zuverlässigkeit wegen geschätzt, sondern vor allem als liebenswürdigen und humorvollen Kollegen und Freund. So werden wir ihn in Erinnerung behalten. Seinen Angehörigen, vor allem seiner Gattin Hannelore und Tochter Silja, denen wir uns in der schweren Zeit verbunden fühlen, wünschen wir Kraft und Zuversicht, damit sie den grossen Verlust verkraften können.

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